
(Bild: Adobe Stock_MAK)
09.09.2026 Braucht erfolgreiches Kleben Netzwerke?
Ein Blick aufs Kleben aus einer Perspektive, die immer wichtiger wird
Die Eingangsfrage wurde im Gespräch mit Joachim Rapp, Geschäftsführer der Innotech Innotech Marketing und Konfektion Rot GmbH, direkt mit „Ja“ beantwortet. Das Gespräch verdeutlichte dann darüber hinaus, wie vielschichtig diese Netzwerke heute sind.
Das Kleben bietet – klassischen Fügeverfahren gegenüber – zahlreiche Vorteile. Dennoch wird die Technologie in vielen Anwendungen noch zurückhaltend eingesetzt. Woran liegt das?
Rapp: Ich denke, das liegt unter anderem an fehlenden Fachkräften in der Entwicklung und Konstruktion. In den meisten Studiengängen wird dem Kleben mangels Fachleuten an den Hochschulen meist zu wenig Stellenwert eingeräumt. Ein weiterer Aspekt ist der Umstand, dass die Klebstoffhersteller – über die Jahre betrachtet – viel Beratung selbst übernommen haben. Jedoch ist aktuell gerade bei den Klebstoffherstellern – laut Industrieverband Kleben e.V. – ein herber Stellenabbau in Deutschland zu verzeichnen. Ud – last but not least – stelle ich immer wieder eine konservative Haltung der Unternehmen im Umgang mit „neuen“ Technologien fest. Wenn etwas schon seit Langem funktioniert – warum soll dies ohne Not geändert werden ? Die möglichen Vorteile und Kosteneinsparungen durch den Einsatz von Klebtechnik als Fügetechnologie sind folglich den wenigsten Unternehmen klar. Ebenso wie die Tatsache, dass beim Verbinden vieler moderner Materialien kein Weg am Kleben vorbeiführt.

„Erfolgreich kleben – das macht keiner allein. Die Bedeutung des vernetzten Handelns wird aber in der Praxis immer noch unterschätzt.“ Joachim Rapp
