Aktuelles / Entwicklungen - Statische Dichtungen

30.07.2018
Bauteilqualität sichern und Ausschuss minimieren

Mit der virtuellen DoE (Design of Experiments) innerhalb der SIGMASOFT®  Virtual- Moulding-Technologie werden Angusssysteme für Gummibauteile optimal ausgelegt. Dadurch werden eine hohe Bauteilqualität und ein geringer Ausschuss in der Produktion schon in der Entwicklungsphase abgesichert.

Elastomerbauteile werden zunehmend komplexer und stellen die Verarbeiter so vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig sollen Zykluszeiten und Ausschuss aus ökonomischen und ökologischen Aspekten möglichst gering sein. Mithilfe der neuen Simulationsansätze von SIGMASOFT®  Virtual Molding legen Verarbeiter ihre Bauteile, Werkzeuge und Prozesse bereits in der Entwicklungsphase fest und ermitteln so das optimale Konzept aus Bauteil- und Werkzeugdesign sowie Prozesseinstellungen, um allen Anforderungen gerecht zu werden. Im vorliegenden Beispiel stellte sich bereits zu Beginn der Entwicklungsphase die Frage nach der idealen Bauteilfüllung und einem geeigneten Konzept für die Anbindung und den Angussverteiler. Gleichzeitig sollte das Bauteil bei einem möglichst geringen Druck gefüllt werden. Ein erstes Design von Bauteil und Angusssystem ließ sich zwar mit niedrigem Druckbedarf realisieren, zeigte jedoch eine Dysbalance in der Bauteilfüllung. Als Maßnahmen für eine gleichmäßigere Füllung wurden eine geänderte Anzahl von Anbindungen, andere Dicken für den Anschnitt und unterschiedliche Positionen für den Angussverteiler zu den einzelnen Anbindungen in Erwägung gezogen. Anstatt die zahlreichen möglichen Kombinationen dieser Maßnahmen in einem Trial-and-Error am Computer zu testen, wurde stattdessen eine virtuelle DoE durchgeführt. Gleichzeitig wurde anhand der Füllzeitdifferenz der Bauteilenden und des Druckbedarfs eine Bewertung jeder möglichen Kombination vorgenommen. Die zuerst überprüften Anzahl- und Dickenvariationen der Anbindungen führten nicht zum gewünschten Erfolg, da für beide keine klare Korrelation zu Druckbedarf und besonders zu der balancierten Füllung erkennbar war. Mit einer Änderung der Position des Angussverteilers im Verhältnis zu den einzelnen Anbindungen gehen hingegen deutliche Änderungen von Druckbedarf und Differenz der Füllzeit an den Bauteilenden einher. Da sich die beiden Korrelationen gegensätzlich verhalten, müssen die beiden Bewertungskriterien jedoch gegeneinander abgewogen werden, um das bestmögliche Design festzulegen. Bei diesem Beispiel wurde die gleichmäßige Bauteilfüllung als wichtiger eingestuft und dementsprechend das finale Design trotz eines höheren Druckbedarfs festgelegt. Das Virtual Moulding half so, mittels virtueller DoE den besten Kompromiss zwischen verschiedenen Kriterien zu finden und unter den gegebenen Einschränkungen das beste Design festzulegen. Durch die Auslegung am Computer zu einem frühen Zeitpunkt in der Entwicklung wurden Werkzeugänderungen vermieden und die Bauteilqualität wurde optimiert.

Sigma Engineering GmbH, DoE.
17.07.2018
Aktives Dichtsystem für GFK-Rohrleitungen

Das neue Dichtsystem novaline 910 von Frenzelit zeichnet sich – im Vergleich zu herkömmlichen Dichtungen – durch ein aktives Ausgleichsvermögen der für GFK-Flansche unvermeidlichen Setz- bzw. Kriechwege aus. Häufiges und regelmäßiges Nachziehen der Flansche entfällt, gleichzeitig werden die Dichtigkeit und somit die Anlagensicherheit auf ein höheres Niveau gehoben.

Insbesondere für aggressive Medien sind Rohrleitungssysteme aus z.B. glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK) ein wichtiger Bestandteil in der heutigen Prozesstechnik. Sie zeichnen sich nicht nur durch die erforderliche chemische Beständigkeit gegenüber den zu fördernden Medien, sondern auch durch eine konkurrenzlose Leichtbauweise und flexible Leitungsführung aus. Der Betrieb von Anlagen im üblichen Temperaturbereich zwischen RT und ca. 80 °C gilt allgemein als erprobt und bewährt. Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. In diesem Fall bezieht sich diese Aussage auf die Langzeitstabilität der Dichtverbindung. Vor allem bei Temperaturen ab ca. 50 °C zeigen GFK-Flansche nennenswertes Kriechen und Setzen, wobei es sich um eine systematische Schwäche handelt. Die Folge:  Schraubenvorspannkräfte und somit die Flächenpressung auf der Dichtung fallen unzulässig weit ab. Das Dichtsystem wird undicht – selbst bei flüssigen Medien – und es kommt zu Produktionsausfällen. Die Anlagensicherheit kann nicht mehr gewährleistet werden. Das neue Dichtsystem besteht aus drei verschiedenen Komponenten, die unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen. Die außen liegende PTFE-Hülle samt Diffusionssperren sorgt sowohl für die chemische Beständigkeit als auch für eine hohe Dichtigkeit der Dichtung. Die darunter liegende Polymerfeder aus novapress 850 ermöglicht eine hohe Anpassungsfähigkeit an die Flanschoberfläche. Die innen liegende Tellerfeder sorgt für eine nennenswerte Rückfederung des Gesamtsystems, um auch ein hohes Setzen der Flansche ausgleichen zu können. Die Federkraft der Tellerfeder ist speziell auf die jeweilige Nennweite des GFK-Flansches  abgestimmt. Im Ergebnis kann novaline 910 – je nach Nennweite – bis zu 1 mm Setz- bzw. Kriechweg kompensieren und hält dabei niedrige Leckagewerte von ca. 10-4  mg/s/m ein (gemessen mit 16 bar Innendruck). Das regelmäßige Überprüfen und Nachziehen der Flansche entfällt und Wartungsintervalle werden deutlich verlängert. Gleichzeitig erhöht sich die Betriebssicherheit der Anlage.

Frenzelit GmbH, novaline 910.
02.07.2018
Leichte Abdichtung für „Sägezahn“-Metallfassade

Beim „Global Campus“, dem neuen Sitz von trivago, kommt die Fassadenfolie illbruck ME501 TwinAktiv HI mit „Super-Selbstklebung“ (ADH+), kombiniert mit dem Folienkleber illbruck SP025, für die luft- und windsichere Abdichtung zum Einsatz.

ME501 TwinAktiv HI ist mit 0,6 mm dünner als herkömmliche EPDM-Folien und damit leichter und flexibler. Sie lässt sich sicherer schneiden und besser an Ecken verlegen. Eventuelle Bauteilbewegungen nimmt wie üblich eine Schlaufe auf. Ein weiterer Aspekt war für den Anwender zudem interessant: die Fähigkeit der TwinAktiv-Folie, in viel höherem Maß als eine EPDM-Folie für trockene Anschlussfugen zu sorgen und damit die Langlebigkeit der Konstruktion zu sichern. Die Folie ändert je nach Luftfeuchtigkeit ihr Dampfdiffusionsverhalten. Ist es in der Fensteranschlussfuge feuchter als draußen, lässt die Folie auch die Diffusion nach innen zu – andersherum als üblich. Diese Regelfunktion verhindert Feuchte- und Schimmelschäden. Damit ist die Folie sowohl für die innere als auch für die äußere Abdichtung einsetzbar. Und beugt auf diese Weise auch Montagefehlern vor. Mit ihrem flexiblen Sd-Wert entspricht ME501 TwinAktiv HI exakt dem „RAL-Leitfaden zur Montage von Vorhangfassaden“ von 2017, der veränderliche Dampfdichtheit von Fassadenanschluss-Abdichtungen fordert. Die HI-Variante wurde speziell auf den Metall-Fassadenbau abgestimmt: stabiler, reißfester, UV-beständiger (über 12 Monate frei bewitterbar). Da der Verarbeiter sie, insbesondere an den Ecken, weniger oft schneiden muss als eine EPDM-Folie, verhindert sie in Kombination mit dem Folienkleber illbruck SP025 als durchgehende Abdichtungsebene Undichtigkeiten. Das bedeutet mehr Sicherheit vor Feuchtigkeit und Schimmelbefall und nicht zuletzt ein makelloses Erscheinungsbild. Die Bauherrin und die Architekten haben das Ziel, das Gebäude nach DGNB- und LEED-Standard zertifizieren zu lassen. Für beide Anträge ist der Einsatz der Kombination Folie/Kleber hilfreich. SP025 Fenster-Folienkleber Öko ist lösemittel-, isocyanat- und silikonfrei und ist wie ME501 TwinAktiv HI „sehr emissionsarm“ nach EC1 PLUS, außerdem trägt die Folie durch ihre hohe Dichtheit dazu bei, den CO2-Fußabdruck des Gebäudes zu verringern und enthält 15% Recyclingmaterial.

Tremco illbruck GmbH & Co. KG, illbruck ME501 TwinAktiv HI.
02.07.2018
Abdichtungslösungen für schwierige Einsatzbereiche

Ein umfassendes Portfolio chemisch beständiger Fugen- und Flächenabdichtungen bietet die BASF u.a. mit MasterSeal 7201 CR sowie MasterProtect 7800 und 7801 AS an.

MasterSeal 7201 CR ist ein chemisch beständiges Polysulfid-System zum Abdichten von Fugen und wird überall dort eingesetzt, wo ein Abdichtungsschutz des Grundwassers gegen wassergefährdende Stoffe erforderlich ist. Das unkomplizierte und langlebige Fugenabdichtungssystem bietet in Wand- und Bodenfugen eine zuverlässige Abdichtung für Abfüllplätze in Tankstellen und LAU-Anlagen. Der Vorteil für den Kunden: Durch das Produkt wird der Wartungsaufwand minimiert. Dadurch ergeben sich deutliche Kostensenkungen. MasterProtect 7800 und das ableitfähige MasterProtect 7801 AS sind chemisch beständige und nach Wasserhaushaltsgesetz (WHG) zugelassene Abdichtungssysteme auf Trägervlies. Aufgrund der Kombination aus Polypropylenvlies und einer Beschichtung auf Polysulfidbasis eignen sich diese Abdichtungssysteme besonders für problematische und kontaminierte Untergründe in LAU-Anlagen. Die beiden zuverlässigen Abdichtungssysteme haben eine vom TÜV Süd bestätigte Chemikalienbeständigkeit.

02.07.2018
Klimamembranen nach Holzschutznorm DIN 68800-2

Die feuchtevariablen Klimamembranen Vario®  KM Duplex UV und Vario® XtraSafe von ISOVER schützen gedämmte Holzkonstruktionen dauerhaft sicher vor Feuchte. Dies wurde vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) mit der Zulassung beider Membranen gemäß Holzschutznorm DIN 68800-2 bestätigt.

Beide Klimamembranen gehören zum umfassenden Vario®  Luftdichtheits- und Feuchteschutzsystem von ISOVER. Sie passen sich flexibel wechselnden Umgebungsbedingungen an: Im Winter wirken sie als Dampfbremse und hindern Feuchte daran, in die konstruktiven Bauteile einzudringen. Im Sommer öffnen sich die Poren der Membranen und ermöglichen die vollständige Rücktrocknung von Dämmung und Holz. So werden Holz- und Leichtbaukonstruktionen zuverlässig vor Feuchteschäden geschützt. Darüber hinaus sorgen die feuchteadaptiven Folien für ein konstant angenehmes Raumklima. Mit den jetzt vom DIBt ausgestellten bauaufsichtlichen Zulassungen nach den strengen Kriterien der Holzschutznorm DIN 68800-2 bietet man Planern, Architekten und Fachhandwerkern zusätzliche Sicherheit. Die Klimamembran Vario®  XtraSafe ist mit dem französischen VOC Label A+ ausgezeichnet und empfiehlt sich als emissionsarmes Bauprodukt insbesondere für den ökologischen Holzbau. Beide vom DIBt nach DIN 68800-2 zugelassenen Membranen sind zudem aromadicht gegen alte Holzschutzmittel. Sie schaffen so auch im Rahmen einer Sanierung größtmögliche Sicherheit vor Raumluftbelastung und leisten einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz und zu einem behaglichen Wohnklima. Die mit einem Spezialvlies ausgestattete feuchteadaptive Membran Vario®  XtraSafe gewährleistet selbst bei extremen klimatischen Verhältnissen optimale Leistungen und eine exakte Umschaltung zwischen dampfbremsender und diffusionsoffener Funktion. Gleichzeitig kann sie durch das patentierte Vario® Xtra Klettsystem ganz einfach und schnell von nur einem Verarbeiter verlegt werden. Dank ihres speziellen Vlieses ist sie auf den zum System gehörenden Klettstreifen Vario®  XtraPatch selbsthaftend und jederzeit wieder ablösbar. Die Vorteile dieser Verarbeitung: Selbst kleinste Beschädigungen der Membran, wie sie durch das sonst übliche Tackern entstehen, werden vermieden und etwaige Verlegefehler können problemlos korrigiert werden, ohne Löcher in die Folie zu reißen. Besonders sicher und einfach wird die Verarbeitung der Vario®  KM Duplex UV (sd  = 0,3 - 5 m) sowie der Hochleistungsmembran Vario®  XtraSafe (sd  = 0,3 - 25 m) durch die aufeinander abgestimmten Komponenten und Zubehöre des Vario® Systems von ISOVER. Sie eignen sich optimal auch für die Verarbeitung bei kalten Temperaturen und ermöglichen so die sichere Verlegung der Klimamembranen in den Wintermonaten.

Saint-Gobain Isover G+H AG, Vario® Klimamembrane.
02.07.2018
Neue Dichtband-Produktfamilie

Die Dichtbänder der MC-FastTape-Produktfamilie der MC-Bauchemie lassen sich schnell und einfach beim Wand- und Bodenanschluss sowie bei Gebäudetrennfugen und Arbeits- und Bewegungsfugen einsetzen und bieten einen schnellen Baufortschritt und eine sichere Abdichtung. 

Die Dichtbänder bestehen aus beidseitig vlieskaschiertem thermoplastischem Elastomer und sind dauerelastisch, reißfest, wasserundurchlässig, aber dennoch wasserdampfdiffusionsoffen. Darüber hinaus zeichnen sie sich durch eine sehr hohe Alterungs- und Chemikalienbeständigkeit aus. MC bietet mit MC-FastTape Fugendichtbänder in 300 und 500 mm Breite für den Einsatz bei Gebäudetrennfugen und Arbeits- und Bewegungsfugen sowie ein Hohlkehlendichtungsband samt vorgeformter Innen- und Außenecken für den Wand- und Bodenanschluss im Innen- und Außenbereich. Die neuen Fugenbänder MC-FastTape 300 und MC-FastTape 500 sind für die Abdichtung von Bewegungsfugen bei der Bauwerksabdichtung gemäß der neuen Abdichtungsrichtlinie DIN 18533 geeignet. Diese erfordert, dass Fugenbänder beidseitig mindestens 10 cm in den Abdichtungsstoff einzubetten sind. Zur Erleichterung bieten die beiden Dichtbänder Markierungen, mit denen das geforderte Mindestmaß einfach eingehalten werden kann. MC-FastTape 300 oder 500 wird in die erste Lage der Abdichtung eingebettet und anschließend erfolgt der Auftrag der zweiten Lage. Das Hohlkehlendichtungsband MC-FastTape lässt sich schneller, sicherer und kostengünstiger applizieren als eine mineralische Hohlkehle. Es wird in die erste Lage der Abdichtung eingebettet. Dabei empfiehlt sich das Verlegen in eine Bitumenbeschichtung der Nafuflex-Produktfamilie oder eine Reaktivabdichtung der Expert Proof-Produktfamilie, da hier die besten Resultate erzielt werden können und bauaufsichtliche Zulassungen für die Anwendung im System vorliegen. Auf das aufwändige Abschrägen der Dämmplatten kann beim Einsatz von MC-FastTape zudem verzichtet werden. Die neue Produktfamilie bietet darüber hinaus Dichtbänder in unterschiedlichen Formen. MC-FastTape IE und MC-FastTape AE sind vorgeformte Innen- bzw. Außenecken, die sich besonders passgenau verarbeiten lassen. 

MC-Bauchemie, MC-FastTape Produktfamilie.
15.06.2018
Weiterentwickelte Gummi-Stahl-Dichtung

Bei der Weiterentwicklung der KLINGER®KGS Gummi-Stahl-Dichtung konnte durch Optimierung der einzelnen Bestandteile dieses Dichtungskonzeptes der Leistungsbereich deutlich erweitert werden.

Die bei dieser Dichtung verwendeten hochwertigen elastomeren Werkstoffe ergeben – mit der hochfesten Gummi-Stahl-Verbindung, dem optimierten Speerprofil und den speziellen Masseverhältnissen über den Radius – eine Gummi-Stahl-Dichtung, die deutlich höhere Flanschkräfte aufnehmen kann, als bisher bekannt. Erstmals für eine Gummi-Stahl-Dichtung wurde eine exakte Zentrierung des Stahlringes im Produktionsprozess durch die Formgebung sichergestellt. Hierdurch sind die Hebelkräfte bei der Flanschmontage gleichmäßig verteilt und die Krafteinleitung erfolgt symmetrisch – das „Verziehen“ des Flansches ist weniger wahrscheinlich. Die Montagequalität ist damit deutlich höher als bei herkömmlichen Gummi-Stahl-Dichtungen (siehe Bild). Die Geometrie ist so gewählt, dass schon bei geringsten Flächenpressungen eine sichere Abdichtung entsteht. Andererseits kann die Dichtung aufgrund kurzer Ausgleichswege des Elastomers enorm hohe statische Lasten abtragen. Damit wird die Verbindung bei höheren Schrauben- und Rohrkräften deutlich sicherer. Spezielle Reservoirbereiche führen dazu, dass trotz der hohen möglichen Verpressung keine Intrusion des Gummis in den Rohrleitungsdurchmesser bzw. Extrusion in den Zentrierbereich stattfindet. Der TÜV SÜD hat entsprechende Tests durchgeführt, um die Hochwertigkeit dieser neuen Dichtungsgeneration nachzuweisen. Hierbei wurde das Leckage-, Ausblas- und Alterungsverhalten geprüft. Bezüglich der Ausblassicherheit sind drei Klassen definiert:

  • Klasse A – Prüfung beim 1,5-Fachen des Nenndruckes bei der Restflächenpressung nach Auslagerung, hier bei 110 °C und 1.500 h. Auf Wunsch von Klinger wurde sogar der 2,5-fache Nenndruck als Prüfdruck gewählt, also 100 bar.
  • Klasse B – Hier wird die Flächenpressung auf die vom Hersteller angegebene Mindestflächenpressung im Betriebszustand QSmin reduziert. In diesem Fall 5 MPa.
  • Klasse C – Bei dieser Prüfklasse wird die Flächenpressung der Klasse B nochmals um 25 % reduziert.

Die hohen Anforderungen wurden noch übertroffen, denn selbst die Ausblassicherheitsklasse C konnte sicher nachgewiesen werden. Und dies bei einem Druck von 100 bar nach einer Alterung bei 110 °C über 1.500 Stunden. Die Optimierung der Gummi-Stahl-Dichtung hat noch einen weiteren Effekt: Es wird nur die Menge an Rohstoffen verwendet, die auch für die Funktion benötigt wird. Somit sind die Dichtungen leichter, einfacher zu handhaben und im Transport ressourcenschonend. Aufgrund der deutlichen Verbesserungen wurde das Dichtkonzept zum Patent angemeldet. Die KLINGER®KGS GII in NBR zeichnet sich durch eine gute Beständigkeit gegen aliphatische Kohlenwasserstoffe, Mineralöle und -fette sowie Kraftstoffe aus. Daher ist sie gut geeignet für den Einsatz bei kohlenwasserstoffhaltigen Medien wie Brenngasen. Aber auch bei Abwasser- und Brauchwasseranlagen wird sie eingesetzt. Der Temperatureinsatzbereich reicht von - 15 °C bis + 110 °C. Zulassungen und Zertifikate: DVGW-Zertifikat nach EN 682 GBL EN 681-1 WG Klasse 70. EN 682 GBL Klasse 70 TA-Luft. Bei der Ausführung in EPDM überwiegen die gute Chemikalienbeständigkeit sowie eine gute Ozon-, Alterungs- und Witterungsbeständigkeit. Durch die Zulassungen ist besonders der Einsatz im Trinkwasserbereich hervorzuheben. Die Einsatztemperaturen liegen zwischen - 40 °C und + 110 °C. Zulassungen und Zertifikate: EN 681-1 WAL / WCL Klasse 70 Elastomerleitlinie (neue KTW) DVGW W270 ACS, WRAS (BS6920) FDA-Konformitätsbescheinigung, TA-Luft

Klinger GmbH, KLINGER®KGS II.
15.06.2018
Dichtungen erhöhen Energieeffizienz

Manche Anwendungen in der Dichtungstechnik sind speziell, und zeigen deshalb die Leistungsfähigkeit von Dichtungsmaterialien umso deutlicher. Mit KLINGER®top-chem-2000- Dichtungen lassen sich bei einem Projekt in der Metallurgie Schmelzöfen effizienter betreiben.

Eigentlich ist ein Schmelzofen ja eine bekannte, einfache technische Anlage, aber wenn es um das Schmelzen von Silizium geht, wird alles schon etwas komplexer. Typische Rohstoffe sind Quarzit oder Quarzsand, aber diese geben das gebundene Silizium (als SiO2  vorhanden) nicht so gerne frei. Man muss das Silizium mit recht „brachialer“ Gewalt aus der chemischen Verbindung reißen. Dazu sind Temperaturen von über 2.000 °C nötig, die durch elektrische Lichtbogenöfen bei niedrigen Spannungen, aber sehr hohen Stromstärken erzeugt werden und damit in der Lage sind, den Sauerstoff aus der Verbindung zu reduzieren. Das entstehende Rohsilizium oder auch metallurgische Silizium wird für die Legierung von Stahlschmelzen verwendet und ist auch ein Ausgangsstoff für hochreines Silizium für die Solarindustrie und Mikroelektronik. Den entstehenden staubförmigen Anteil (z.B. Microsilica) nutzt man zur Verbesserung von Betonsorten und stabilisiert damit unter anderem Bohrlöcher bei der Erdöl- und Gasgewinnung. Dieses Produktionsverfahren ist sehr energieintensiv und es entstehen erhebliche Mengen an Abwärme. Um diese Abwärme sinnvoll zu nutzen, werden Dampferzeuger eingesetzt und der entstehende Dampf wird über Turbinen zur Stromerzeugung eingesetzt. Im vorliegenden Fall werden ca. 180 GWh/a erzeugt, was laut Information des Anwenders einem Äquivalent von 12.000 Haushalten im Energieverbrauch entspricht. Das Anspruchsvolle der Anlagenkonstruktion liegt darin begründet, dass ein Teil der Rohrleitungen elektrisch isoliert sein muss. Auch wenn es „nur“ 6 bis 10 V an Isolationsspannung sind, wäre bei den hohen elektrischen Strömen ein elektrischer Kontakt gefährlich. Gleichzeitig hat man mit Dampftemperaturen von 260 - 270 °C und Dampfdrücken von 50 - 55 bar zu tun. Der übliche Einsatz von Graphitdichtungen ist hier aufgrund der Leitfähigkeit des Graphites nicht möglich. Die KLINGER®top-chem 2000 zeigte sich hier als Alternative. Die hohe Druckstandfestigkeit und die gute Isolationswirkung zusammen mit der Eigenschaft, dass das Material bei diesen Temperaturen nicht aushärtet, lässt die Anlage nun seit fünf Jahren sicher und zuverlässig laufen. Und das, obwohl Einsatzdruck und Einsatztemperatur bereits knapp außerhalb des von KLINGER im p-T-Diagramm empfohlenen üblichen Einsatzbereiches liegen. Wesentlich ist jedoch, dass die mittlere elektrische Durchschlagfestigkeit der Dichtung ca. 3.600 V/mm beträgt und somit mehr als ausreichend für die Anwendung ist. Wenn wir also Stahl in guter Qualität nutzen, unsere Solarpanels für uns Strom erzeugen und unser Computer und Mobiltelefon unser Leben interessant machen, so hat das – aus prozesstechnischer Sicht – auch was mit der gewählten Dichtungslösung zutun.

03.05.2018
Faserstoffdichtungen für die Chemieindustrie

Der Dichtungswerkstoff novapress 880 der Frenzelit GmbH zeichnet sich im Vergleich zu herkömmlichen Faserstoffdichtungen durch eine dreimal höhere Anpassungsfähigkeit aus. Dadurch ermöglicht das Dichtungsmaterial zuverlässige TA-Luft-Auslegungen gemäß VDI 2290 bei gleichzeitig erhöhter Montagesicherheit.

Dichtungsmaterialien müssen hohe gesetzliche Anforderungen erfüllen und sich durch eine außergewöhnlich gute Leckage-Performance  bei bereits geringen Flächenpressungen auszeichnen. Die konstruktive  Begrenzung der Flächenpressung bei genormten  Flanschverbindungen erschwert  jedoch in der praktischen Umsetzung die Einhaltung der vom Gesetzgeber  geforderten Dichtheitskriterien. Das gilt insbesondere für Anwendungen in der chemischen Industrie, wo aggressive Medien zu befördern sind, die TA-Luft-relevant sind. novapress 880 löst diesen Konflikt mit einer signifikant erhöhten Anpassungsfähigkeit. Mit einer Zusammendrückung von ca. 18 % bietet der Werkstoff etwa eine Verdreifachung der marktüblichen Werte und gleicht auf  diese Weise bereits bei geringer Flächenpressung Flanschunebenheiten aus. Leckagetests gemäß DIN EN 13555 haben gezeigt: Bei einem Innendruck von  40 bar erzielt der Werkstoff bei knapp 20 MPa Flächenpressung den von der TA Luft geforderten Leckagewert von 0,01 mg/s/m. Klassische Faserstoffdichtungen erreichen dieses Ergebnis erst bei ca. 30 MPa oder sogar deutlich darüber. In der Prozessindustrie werden häufig Dichtungen mit Innenbördel eingesetzt, was die erforderliche Mindestflächenpressung deutlich erhöht. Die Dichtung erreicht diese erstklassige Leckage-Performance auch mit Innenbördel. Der Grund: Das Bördelmaterial – idealerweise aus 0,1 mm dickem  Edelstahl – und das anpassungsfähige Material gehen eine hochkompakte Verbindung ein, die zu einer nahezu identischen Dichtigkeit wie bei  einer novapress 880-Dichtung ohne Innenbördel führt. novapress 880 setzt sich aus ca. 20 verschiedenen Komponenten zusammen, die  durch ein Elastomer gebunden werden. Der Materialmix wird Schicht für  Schicht im Hochdruck-Kalandrierverfahren aufgebaut. Am Ende des Herstellungsprozesses liegt schließlich ein homogenes Produkt vor – eine  wesentliche Voraussetzung für die effiziente Leckage-Performance. Als weltweit erster Dichtungswerkstoff erfüllt novapress 880 „Industrie 4.0“- Transparenzkriterien, die für Anlagenkomponenten aller Art gelten. Neben den branchenüblich aufgebrachten Chargennummern auf der Dichtungsplatte identifiziert die Gasket Code Technology (GCT) zu jeder Zeit  Werkstofftyp, Herstellungszeitraum und Fertigungsslot[HB1]  einer Dichtung. Diese Informationen lassen sich selbst an kleinsten  Materialresten auslesen und sind ein erster Schritt auf dem Weg zur „intelligenten“ Dichtung. Die Dichtung „hinterlässt“ mit dem Gasket Code  einen individuellen Fingerabdruck, der sich über den gesamten  Produktlebenszyklus – von der Halbzeug-Herstellung, über die  Weiterverarbeitung bis zur Montage und Inbetriebnahme – nachvollziehen und nachverfolgen lässt. 

Achema 2018: Halle 8.0, Stand H94

Frenzelit GmbH, novapress 880.
19.04.2018
Dicht ist nicht gleich dicht

Mit der neu aufgelegten und grundlegend aktualisierten Broschüre Dichtflächenpressungen und Schraubenkräfte für CLASS- und PN-bezeichnete Vorschweißflansche der REINZ-Dichtungs-GmbH  lassen sich mittlere Flächenpressungen schnell und einfach ermitteln.

Flachdichtungen in Rohrleitungsflanschen unterliegen unterschiedlichsten Kriterien – von der Größe des Flansches und der Rauigkeit der Oberfläche über das Material und die Zahl der Schrauben bis hin zu den Betriebsbedingungen Druck und Temperatur. Auf der ACHEMA 2018 stellt Dana zudem die Vielfalt der Dichtungsanwendungen in den Mittelpunkt des Messeauftritts. Das Unternehmen produziert und liefert Dichtungslösungen für alle Anwendungsbereiche der chemischen Industrie – von der Rohstoffgewinnung über die diversen Weiterverarbeitungsstufen bis zum Endprodukt. Auch in der regenerativen Energiegewinnung und in der Lebensmittelindustrie, z.B. in der Schokoladenherstellung, sind VICTOR REINZ Dichtungen im Einsatz.

ACHEMA: Halle 8.0, Stand G61

Reinz Dichtungs GmbH, Broschüre.
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