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19.10.2018
Zwei Welten effektiv kombinieren

Eine neue Technologie von KRAIBURG TPE für Thermoplastische Elastomer  Hybride erlaubt Materialien, die eine Alternative zu herkömmlichen vernetzten Kautschuklösungen sind und Optionen für 2K-Anwendungen im Verbund mit technischen Kunststoffen bieten.

Materialmischungen aus thermoplastischem Kunststoff und einem vernetzten Elastomeranteil sind vor allem als EPDM/PP-Blends bekannt. Diese vereinen zwar elastomere Anwendungseigenschaften mit thermoplastischer Verarbeitbarkeit, stoßen jedoch bei hohen Leistungsanforderungen, z.B. Medienkontakt bei hohen Temperarturen, an Grenzen. Dem steht eine verstärkte Nachfrage an Materialien gegenüber, die insbesondere erhöhte Wärme- und Chemikalienbeständigkeit bei thermoplastischer Verarbeitung bieten. Bei KRAIBURG TPE werden diese Materialien unter dem Namen Thermoplastische Elastomer Hybride (TEH) eingeordnet, um sie von bekannten TPV-Blends, wie EPDM/PP, abzuheben. Die aus der neuen TEH-Herstelltechnologie resultierenden „application-engineered“ TEH-Materialien tragen nicht nur den aktuellen und sich abzeichnenden Herausforderungen am Markt Rechnung,  sondern sind auch eine neue Leistungsklasse für thermoplastische Verarbeiter. Diese TEH-Herstelltechnologie erlaubt es, unterschiedliche Zusammensetzungen aus verschiedenen Elastomeren und Thermoplasten, gepaart mit entsprechenden Vernetzungssystemen, zu Materialien mit neuen Eigenschaften zu vereinen. Sie zeichnen sich u.a. durch eine hohe Medien- und Temperaturbeständigkeit aus - angepasst an die jeweiligen Anforderungen der Anwendung. Die resultierenden Compounds eignen sich nicht nur als wirtschaftlich überzeugende und thermoplastisch verarbeitbare Alternative zu herkömmlichen vernetzten Kautschuklösungen, sondern bieten auch attraktive Optionen für 2K-Anwendungen im Verbund mit technischen Kunststoffen wie Polyamiden und thermoplastischen Polyestern. Sie können auf gängigen Spritzgießmaschinen bzw. Extrusionsanlagen verarbeitet werden, erfordern keinerlei Nachbearbeitung und sind vollständig recycelbar. Standardfarben sind Schwarz und Natur. Die Leistungseigenschaften dieser TEH-Materialien umfassen Härtegrade von 55 bis 80 Shore A, dauerhafte Betriebstemperaturen bis 150 °C und Beständigkeit gegen Öle, Schmiermittel, Kraftstoffe und Kältemittel. Das prädestiniert sie für den Einsatz im Umfeld von Verbrennungsmotoren, im Wärmemanagement von Antrieben und Batterien für Elektrofahrzeuge sowie in Schmier- und Kühlsystemen von Maschinen, Prozesstechnik und Gebäuden. Zu den unmittelbaren Anwendungen zählen Dichtungen, Stecker und Steckverbinder sowie Deckel, Verschlüsse und Abdeckungen.

19.10.2018
Risiken minimieren

Für die Verhinderung von Verunreinigungen in der Lebensmittel-, Pharmaindustrie und Biotechnologie bietet die Tec-Joint AG zwei metalldetektierbare Elastomertypen an.

Diese bestehen einerseits aus EPDM, 60° Shore A, das eine sehr gute Beständigkeit gegen Wasser, verdünnte Säuren, Laugen, Alkalien und Alkohole, Ketone und Glykole aufweist und andererseits aus NBR, 60° und 80° Shore A, in blau, das gut gegen Fette und Öle beständig ist.
 Damit stehen Lösungen, z.B. von Herstell- und Abfüllanlagen in der Lebensmittelindustrie, zur Verfügung, bei denen der raue Alltag im 7/24-Stunden-Betrieb durch Materialverschleiß oder -ermüdung zum erheblichen Risikofaktor wird.  Die Gefahr ist insbesondere dort groß, wo Sichtkontrollen bauseitig nicht möglich sind. Geringste Mengen sich auflösender Dichtungen können so zu Verunreinigungen der Lebensmittel führen.  Um schnellstmöglich reagieren zu können, werden daher oftmals Metalldetektoren eingesetzt, die verunreinigte Stoffe aufspüren.
 Den Kundenanforderungen entsprechend produziert Tec-Joint aus diesem Werkstoff Platten und Folien in Dicken von 0,5 bis 6 mm. So gesehen ist der Werkstoff prädestiniert für solche Anwendungen, insbesondere auch in Kombination mit Geweben oder Metallgeflechten.
 

Tec-Joint AG, Metalldetektierbare Elastomertypen.
19.10.2018
Nicht halogeniert, flammwidrig, biobasiert

Das neue DuPont™ Zytel® HTNFR42G30NH ist ein halogenfreies, flammwidriges und biobasiertes Hochleistungs-PPA für SMT-Steckverbinder  und ein breites Spektrum elektrischer Komponenten.

Mit seinem Gleichgewicht zwischen erhöhter Leistung und Sicherheit und gesteigerter Produktivität entspricht der neue Werkstoff den aktuellen Trends für SMT-Steckverbinder und elektrische Komponenten. Zytel® HTNFR42G30NH ist eine Alternative zu Duroplasten oder teureren Spezialpolymeren, die zugleich eine leichte Verarbeitbarkeit bietet. Die Vorteile sind Kosteneffizienz durch weniger Bruchschäden und Ausschuss dank erhöhter Bindenahtfestigkeit, kein Blistering (Blasenbildung) bis 280°C (bleifreie Reflow-Lötung), Reduzierung der Werkzeugwartung dank verringerter Bildung von Formbelag und verringerter Schmelzekorrosivität. Eine erhöhte Sicherheit bietet die Brandschutzklasse V0 nach UL 94 bei 0,4 mm;  das Produkt ist normgerecht nach IEC-Norm dank Erfüllung strengster Anforderungen bei der Glühdrahtprüfung und maximaler Kriechstromfestigkeit (CTI: 600 V). Für eine erhöhte Produktivität sorgen bessere Fließeigenschaften und somit mehr Designflexibilität zur Miniaturisierung von elektrischen Komponenten und Steckverbindern wie Multi-Pin-, Fine-Pitch- oder sehr flachen Steckern. Die stabile Leistung unter extremen Bedingungen wird durch die hohe Schmelzetemperatur und geringe Feuchtigkeitsaufnahme erreicht.

19.10.2018
Weiterentwickelte Glass Bubbles

Modernste Kunststofftechnologien sowie innovative Materialien für Kunststoffverarbeiter zeigte 3M auf der Fakuma, u.a mit den 3M Glass Bubbles, einem bewährten Leichtfüllstoff für zahlreiche Anwendungen.

Die mikroskopisch kleinen Hohlkugeln aus Borosilikatglas zeichnen sich durch ihre perfekte Kugelform und eine geringe Dichte aus. Mit ihrem niedrigen Gewicht, der leichten Verarbeitbarkeit, einer thermisch isolierenden Wirkung und hoher Druckfestigkeit kommen 3M Glass Bubbles von der Automobil- bis zur Bauindustrie in unterschiedlichsten Anwendungen zum Einsatz. Neu auf der Fakuma wurde die Version S32HS vorgestellt. Sie weist ein exzellentes Verhältnis von niedriger Dichte zu hoher Druckfestigkeit auf und ist damit ein Entwicklungssprung zur 2017 eingeführten Variante S28HS. Dank der geringen Größe und der harten Oberfläche eignen sich diese Kugeln für automatisierte Verarbeitungsmethoden und besonders glatte Oberflächen. Das Material kann effizient eincompoundiert und extrudiert werden. Für stabile Verarbeitungsprozesse im Spritzguss empfiehlt 3M weiterhin die Glass Bubbles iM16K.

19.10.2018
Aktuelle Sicherheitsanforderungen erfüllt

Die neuen Crastin® -Typen für Steckverbinder in Elektro- und Hybrid-Elektrofahrzeugen von  DuPont Transportation & Advanced Polymers erfüllen die Sicherheitsanforderungen der Automobilhersteller, nach der alle HV-Komponenten für Hybrid-, Plug-in- und Batterie-Elektrofahrzeuge (HV, PEV, BEV) deutlich orangefarben markiert sein müssen.

Zudem bieten die neuen Typen einen CTI-Wert von 600 V, der bei diesen anspruchsvollen Bauteilen oft gefordert wird. Auch für den Spritzgießer bringen sie Vorteile wie erhöhte Produktivität und langfristige Zuverlässigkeit. Zwei neue Typen der Crastin® -Produktfamilie sind ideal für Hochspannungs-Steckverbinder. Die Vorteile und Eigenschaften: Crastin® FR684NH1 OR162, ein 25% glasfaserverstärktes, nicht halogeniertes, flammwidriges, leicht fließendes PBT in lasermarkierbarem Orange bietet eine langfristige Zuverlässigkeit der Komponenten, Farbstabilität und erhöhte Sicherheit aufgrund stabiler Durchschlagsfestigkeit bei hohen Temperaturen und  erfüllt  die Anforderungen der Brandschutzklasse V0 nach UL 94. Komplexe Geometrien lassen sich durch gute Fließeigenschaften, die dünne Wandstärke, eine große Designflexibilität und die Reduzierung der Komponentengröße (Miniaturisierung) realisieren. Eine problemlose Teilerückverfolgbarkeit ist durch UV- Lasermarkierbarkeit (355 nm) gegeben. Crastin®  HR5330HFS OR516  ist ein 30% glasfaserverstärktes,  leicht fließendes hydrolysebeständiges PBT in lasermarkierbarem Orange. Dank der hervorragenden Hydrolysebeständigkeit bietet es neben den bereits genannten Eigenschaften eine hohe Leistung in extremen Umgebungen.

15.10.2018
Hoch transparente TPE für Tropfkammern

Mit einer Erweiterung des PROVAMED®  Portfolios werden von ACTEGA nun hoch transparente, lösemittelverklebbare TPE für Tropfkammern angeboten und erstmalig auf der Fakuma 2018 gezeigt.

Tropfkammern werden vornehmlich in der Infusions- und Transfusionstherapie eingesetzt. Sie sind aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken und daher längst Artikel, die in sehr großen Stückzahlen produziert werden. Trotz höchster Anforderungen an die Produktsicherheit und Hygiene müssen sie sich wirtschaftlich herstellen lassen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an eine sichere Infusionstherapie ständig an. Letztlich auch, um die Gesundheit von Personal und Patienten sicherzustellen. Um diesem Anforderungsprofil zu entsprechen, wird heute immer mehr auf alternative Werkstoffe, anstelle des bislang häufig eingesetzten PVC, gesetzt. Die PROVAMED®  TPE Produkte für Tropfkammern vereinen die Vorteile verschiedener alternativer Werkstoffe. Die Materialien liefern eine sichere Lösung für die hohen Ansprüche an Performance und Sicherheit medizinischer Produkte und ermöglichen die Umsetzung komplexer Konstruktionen in elastische und transparente Produkte. Für Tropfkammern wird neben absoluter gesundheitlicher Unbedenklichkeit eine ausgezeichnete Transparenz bei gleichzeitig ausgewogener Flexibilität und Steifigkeit gefordert. Sterilisierbarkeit ist ein Muss und wird von den TPE erfüllt. Die in Bezug auf die Anwendung gängigen Sterilisationsverfahren mit Ethylenoxid (EtO) und Gammastrahlen werden ohne Beeinträchtigung der Materialeigenschaften und auch ohne Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit der Klebstoffe zwischen Tropfkammer und Schlauch bestanden. Die Sterilisationsfähigkeit wurde bei einem externen, unabhängigen Unternehmen überprüft.  Und auch für den Aspekt der Verklebbarkeit der Tropfkammer mit dem Schlauch ist eine passende Lösung gefunden worden. Dies wurde in einer umfangreichen Testreihe mit den häufig eingesetzten Lösemitteln Tetrahydrofuran (THF) und Methylethylketon (MEK) überprüft.  Die Verklebbarkeit mit Cyclohexanon oder anderen Lösemitteln ist ebenfalls denkbar. Des Weiteren besitzen die Rezepturen das Potenzial, im wirtschaftlichen 2K-Spritzguss verarbeitet zu werden, da die Produkte eine perfekte Haftung auf Polystyrol und ABS aufweisen. Es sind eine Reihe von regulatorischen Anforderungen zu erfüllen, denen die TPE für Tropfkammern entsprechen müssen. So sind nach USP Class VI die biologische Prüfung sowie biologische Reaktivitätstests durchzuführen. Die Biokompatibilität der TPE-Rezepturen nach ISO 10993 ist zu bestätigen, wobei sich die Prüfung in vitro auf die Zytotoxizität und die Viabilität von Zellkulturen bezieht. Die Produktion hat nach GMP-Verordnung (EG) 2023/2006 zu erfolgen und die Konformität mit EG 1935/2004 und EU 1072011 sowie mit verschiedenen FDA-Kapiteln für den Lebensmittelkontakt sind zu bestätigen. Zudem müssen die Werkstoffe schwermetallfrei sein. Alle Varianten der TPE für Tropfkammern entsprechen diesen Regularien.

Fakuma: B5, Stand B5-5003

10.10.2018
Stand des Beschränkungsverfahrens für Diisocyanate

Der Leitfaden des FSK und der ISOPA/ALIPA informiert über den Ablauf des REACH-Verfahrens, den derzeitigen Stand des Verfahrens und gibt Antworten auf häufige Fragen.

Polyurethane sind vielseitig, modern und sicher. Jedoch sorgt das Beschränkungsverfahren für Diisocyanate nach der REACH-Verordnung in der PUR-Branche für Verunsicherung und wirft zahlreiche Fragen auf. Der FSK setzt sich in einem Netzwerk aus nationalen und internationalen Verbänden und in Zusammenarbeit mit den Behörden dafür ein, eine praktikable Lösung zum sicheren Umgang mit Diisocyanaten am Arbeitsplatz zu finden und bringt insbesondere auch die Interessen aller seiner Mitglieder in den Prozess mit ein. Die 1. Auflage des Leitfadens steht allen Interessenten frei zum Download auf der FSK-Homepage zur Verfügung.  Die aktuelle 2. Auflage, die im September 2018 veröffentlicht wurde, erhalten ausschließlich FSK-Mitglieder direkt über den FSK.

FSK Fachverband, Leitfaden.
06.10.2018
PAEK- und PEEK-Polymere im Fokus

Auf der Fakuma zeigt Victrex u.a. ein neues Food-Grade-Portfolio, eine neue Lösung für Elektromotoren und für Zahnräder für die Automobilindustrie sowie Impeller für elektronische Haushaltsgeräte.

Das PEEK-Food-Grade-Portfolio  soll Herstellern helfen, den strengen gesetzlichen Vorgaben und Qualitätsanforderungen in der Lebensmittelindustrie gerecht zu werden. Im Vergleich zu Metallen bietet die neue „VICTREX FG™“-Familie von Hochleistungsthermoplasten Herstellern zusätzliche Vorteile bei Wirtschaftlichkeit, Produktivität sowie Leistungsfähigkeit und erfüllt die Erwartung von Verbrauchern nach Geschmacksneutralität. Das Anwendungsspektrum reicht von Kochgeschirr und Getränkespendern für den gewerblichen und privaten Gebrauch bis hin zu industriellen Anwendungen wie Komponenten mit Lebensmittelkontakt in Fördersystemen, in aseptischen Prozessen, in Sensoren, Zahnrädern und Düsen. Bei Haushaltsgeräten erlaubt das Hochleistungspolymer Designern, neue Ansätze für die Entwicklung kleinerer, aber leistungsstarker Staubsaugerkomponenten zu erforschen. VICTREX PEEK kann dabei im Spritzgussverfahren von präzisen Bauteilen, die hohe Drehzahlen meistern können - in einigen Fällen schneller als 100.000 min-1  , eingesetzt werden, während sich Geräusche um bis 50% reduzieren lassen. Zudem erlaubt das günstige Verhältnis von Steifigkeit zu Gewicht des Materials, dass der Impeller bei diesen hohen Geschwindigkeiten seine Form beibehält und zu einer stärkeren Saugwirkung im Vergleich zu weicheren Materialien beitragen kann. Dient das Polymer als Ersatz gefräster metallischer Komponenten, können Bauteile mit geringerem Gewicht gefertigt werden, die die Motorgröße und Anzahl der benötigten Einzelteile reduzieren. Außerdem widersteht VICTREX PEEK einer Vielzahl von Haushaltschemikalien sowie Hitze und Feuchtigkeit. Im Vergleich zu der zerspanenden Fertigung von Metallen kann das Spritzgussverfahren zu potenziellen Kosteneinsparungen für die Hersteller beitragen und ermöglicht zudem die schnelle Umsetzung neuer Designs, die Verkürzung der Produkteinführungszeit und eine schnellere sowie weniger kapitalintensive Produktion. Während die Automobilindustrie zu Elektrofahrzeugen übergeht, ist die Suche nach effizienteren E-Motoren mit hoher Leistungsdichte und niedrigeren Kosten noch im Gange. Die meisten Motorenhersteller haben sich für den Einsatz von Permanentmagnet-Synchronmotoren (PMSM) entschieden, da dieser Motortyp im Vergleich zu anderen E-Motortypen einen höheren Wirkungsgrad hat und zugleich weniger (Bau-)Raum benötigt. Da PMSM bei Temperaturen, die die Isolationen schädigen können, abschalten, ist das Wärmemanagement ein entscheidender Leistungsfaktor für E-Motoren in Fahrzeugen - die Entwicklung des Isolationssystems steht damit im unmittelbaren Zusammenhang. Beim Forschen nach dem idealen Nutprofil-Isolator führten die Victrex-Ingenieure eine Simulation durch, bei der als Nutisolationsmaterial ein 250 mm starkes Meta-Aramid-PET-Laminat durch eine 150 mm dünne, auf PEEK basierende APTIV™ Folie ersetzt wurde. In der Simulation wurde so eine um 40% dünnere und dazu wärmeleitfähigere thermoplastische Nutisolationsfolie verwendet und aufgezeigt, wie der Wärmefluss von den Drahtwicklungen zum Stator und zum äußeren Kühlwassermantel verbessert werden kann. Weitere Simulationen zeigten die Wärmeleitfähigkeit der APTIV™ Folie. Diese ermöglicht ein verbessertes Wärmemanagement und um 2 – 3 °C niedrigere Temperaturspitzen bei den Drahtwicklungen im Vergleich zu herkömmlichen Laminaten und trägt dazu bei, den E-Motor kühl zu halten. Bei verbessertem Wärmemanagement und der dünneren Nutisolation konnte in den Simulationen potenziell die Kupferdichte (d. h. der Nut-Füllfaktor) um 2% erhöht werden. Schließlich ergab dies einen Anstieg des kontinuierlichen Antriebsdrehmoments von 5%, was zu höherer Leistungsausbeute bei gleicher Motorengröße führen könnte. In der Automobilindustrie wird VICTREX PEEK bereits häufig in Antriebskomponenten wie Dichtringe, Anlaufscheiben, Buchsen und Lagern eingesetzt, während das Polymer als Metallersatz bei Zahnrädern in anspruchsvollen Antriebsanwendungen eher als ein unwahrscheinlicher Kandidat gilt. Jedoch werden mit kleineren und verkleinerten Motoren „Geräusch, Vibration und rauer Lauf“ (Noise, Vibration, Harshness – NVH) heute zu einer Herausforderung für OEMs und Zulieferer. Zahnradlösungen haben gezeigt, dass sie in der Lage sind, Rasseln und Heulen bei Motoranwendungen um bis zu 50% (3 dB) zu reduzieren. Gewicht und Trägheitsmoment sind zudem bei Zahnrädern aus VICTREX HPG™ wesentlich geringer als bei Getrieben aus Sintermetall, was zu einer höheren Systemeffizienz beiträgt. Zudem zeigt man eine Vielzahl von auf VICTREX™ PAEK basierenden Composites und umspritzte Hybridbauteile für den Einsatz in der Luftfahrtindustrie. Hier arbeitet man derzeit gemeinsam mit Kunden daran, Zykluszeiten durch kontinuierliche Fertigungsprozesse auf wenige Minuten zu reduzieren. Anders als die noch heute häufig verwendeten Duroplaste, bei denen Zykluszeiten durchaus in Stunden gemessen werden, tragen thermoplastische Verbundwerkstoffe zur Steigerung der Produktionsraten im Flugzeugbau bei. Um die Technologiereife für den Serieneinsatz zu erlangen und die etablierte Lieferkette im Aufbau zu unterstützen, hat Victrex mit dem langjährigen Entwicklungspartner Tri-Mack Manufacturing in das Joint Venture TxV Aero Composites investiert. Davon sollen alle Verarbeiter profitieren, die das Potenzial des Hybrid-Overmoulding-Verfahrens erkannt haben und in die Technologie investieren.

Fakuma: Halle A4, (Stand 4106)

02.10.2018
Silikon-Elastomere live

Auf der Fakuma zeigt Momentive sein Portfolio von Silopren Flüssigsilikonkautschuk (LSR) sowie den kundenspezifisch formulierbaren Addisil* Festsilikonkautschuk (HCR). In Zusammenarbeit mit anderen Technologieanbietern hat man eine Live-Demo entwickelt.

In Zusammenarbeit mit anderen Technologieanbietern hat man eine Live-Demo entwickelt. Die Besucher werden dort die vollautomatische Produktion von Topf-Untersetzern, gefertigt aus Silopren LSR, erleben. Dieses komplexe Teil mit einem Schussgewicht von 83 g demonstriert die Füllung einer Wabenstruktur mit nur 1 mm Wandstärke bei einer maximalen Fließlänge von 135 mm. Ohne Simulationstechnologie wäre das Design dieses Werkzeugs schwierig zu realisieren gewesen. Um dies zu ermöglichen, hat die SIGMA Engineering GmbH (A5 5105) die Formfüllung der von EMDE Moldtech GmbH (A4 4307) gefertigten Form durch verschiedene Füll- und Geometrieszenarien mit der Software SIGMASOFT® Virtual Molding überprüft. Somit konnte das richtige Anspritzkonzept unter statischen Temperaturbedingungen ermittelt werden. Nach der computerunterstützen Werkzeugauslegung wurde eine Massenproduktion simuliert und das Werkzeugkonzept einem virtuellen DOE (Design of Experience) unterzogen. Dabei wurden neben den Geometrien auch die Stahlsorten für die Kavitäten und den Kaltkanal zugrunde gelegt sowie die Position und die Leistung der Heizpatronen berücksichtigt. Alle Details wurden in einer dynamischen Umgebung simuliert, in der mehr als 80 g kaltes LSR in jedem Zyklus in die heiße Form gespritzt wurden und die Zyklusdauer weniger als eine Minute betrug. Bei der virtuellen Optimierung wurde die Temperaturdifferenz innerhalb der Kavität durch Nacharbeiten des Heizkonzepts erfolgreich auf maximal 10 °C (ausgehend von ca. 40 °C) reduziert. Die Wittmann Battenfeld GmbH (B1 1204) entwickelte die gesamte Fertigungszelle und bereitete sie mit ihrer SmartPower 90 - 350 Spritzgießmaschine inklusive Roboterhandling in ihrem Technologiezentrum vor. Die ACH Solution GmbH (A4 4307) komplettierte die Fertigungszelle mit ihrer neuesten MaxiMix 2G Dosierpumpe. Die Form funktionierte bereits beim ersten Schuss innerhalb der vorhergesagten Zykluszeit- und Temperatureinstellungen. Während der FAKUMA wird die virtuelle Produktion dieses Teils in den Hallen A5 (simuliert durch SIGMASOFT® Virtual Molding Software bei Sigmasoft) und real in A4 (Echtzeit-LSR-Fertigung bei Momentive) durchgeführt. Diese Demonstration ermöglicht es den Experten, einen umfassenden Überblick über den komplexen Füll- und Vernetzungsprozess zu erhalten und darüber hinaus wird gezeigt, warum und an welchen Stellen die Geometrie zwei Injektionspunkte benötigt. Teilfüllungen dokumentieren die erreichte Genauigkeit der Vorhersagen. 

Fakuma: Halle A4, Stand 4307

Momentive Performance, Fakuma Live-Demo.
14.09.2018
Invest in PAEK

Die University of Exeter und Victrex wollen eine breitere Plattform für neue und bestehende Technologien im Bereich der additiven Fertigung entwickeln. Ziel der strategischen Partnerschaft ist es, die Einführung von PAEK-Polymeren und Verbundwerkstoffen der nächsten Generation voranzutreiben.

Gleichzeitig soll die Leistungsfähigkeit der zugrunde liegenden Fertigungsprozesse verbessert werden. Federführend in der neuen Allianz sind die FuE-Abteilung von Victrex und das Centre for Additive Layer Manufacturing (CALM) der Universität. Die Zusammenarbeit wird sich auf mehrere 3-D-Druck-Technologien konzentrieren. Die beiden Partner hatten zunächst in einem Konsortium mit der Zusammenarbeit begonnen, dessen Fokus auf der Entwicklung von VICTREX™ PAEK-Polymeren für verschiedene 3-D-Druckverfahren lag. Nachdem deutliche Verbesserungen erzielt worden waren, hatte Victrex jüngst neue PAEK-Produkte für die additive Fertigung angekündigt: ein hochfestes Material für das Lasersintern und ein Filament mit höherer Festigkeit in Z-Richtung und besserer Druckbarkeit im Vergleich zu bisherigen PAEK-Materialien. Verbesserte Technologien für die additive Fertigung mit diesem Material eröffnen Konstrukteuren zahlreiche Vorteile. Dazu zählen größere Gestaltungsfreiheit beim Einsatz der additiven Fertigung in Hochleistungsanwendungen in einer Vielzahl von Branchen sowie leistungsstärkere Lösungen für die additive Fertigung, die die Herstellung hochkomplexer, sehr kundenspezifischer und hochspezialisierter PAEK-Komponenten ermöglichen. Die digitale Entwicklung und Herstellung von PAEK-Teilen erlaubt ein schnelles Prototyping und kürzere Markteinführungszeiten. Zudem wird eine höhere Wirtschaftlichkeit durch Vermeiden von Produktionsabfällen, niedrigere Austauschraten beim Pulverbettverfahren und höhere Materialausbeute bei der Filamentfusion erzielt. Victrex erwartet, dass in der ersten Phase insbesondere die Luftfahrtindustrie und die Medizintechnik profitieren könnten. So kann der Einsatz von PAEK und PEEK in der additiven Fertigung der Luftfahrtindustrie neue Designs und die Konsolidierung von Bauteilen ermöglichen. Gleichzeitig wird die Produktion von Teilen möglich, die spanend nur schwer herzustellen sind. In der Medizin könnte die additive Fertigung mit PAEK die Herstellung von individuellen Implantaten für Patienten ermöglichen.

Victrex Europa GmbH, University of Exeter, PAEK.
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