Aktuelles / Entwicklungen - Klebetechnik / Flüssigdichtsysteme

29.06.2020
Klebungen mit CO2-Schnee vorbereiten

Bei der zuverlässigen Vorbehandlung von Fügebereichen bietet die klimaneutrale quattroClean-Technologie der acp systems AG im Vergleich zu anderen trockenen Reinigungsverfahren verschiedene Vorteile.

Leichtbau ist in der Automobilindustrie kein neues Thema. Im Zuge der weiteren Verringerung von CO2-Emissionen und Elektromobilität gewinnt es jedoch weiter an Aktualität. OEMs und Zulieferer setzen deshalb auch bei Karosserieteilen wie beispielsweise Türen, Fahrzeugdächern, Kofferraum- und Heckklappen sowie Motorhauben vermehrt auf leichtere Materialien wie Aluminium und Kunststoffe. Darüber hinaus ermöglichen veränderte Produktions- und Fügetechnologien wie das Verkleben statt Schweißen, Nieten oder Schrauben Gewichtseinsparungen. Um bei strukturellen Verklebungen, z.B. von Karosserieteilen oder Batteriegehäusen, die erforderliche Haftfestigkeit zu gewährleisten, werden sehr hohe Anforderungen an die Sauberkeit und Benetzbarkeit der Fügebereiche gestellt. 
Klassische nasschemische Reinigungsprozesse mit wasserbasierenden Medien oder Lösemitteln scheiden bei diesen Aufgabenstellungen aus verschiedenen Gründen aus. Dazu zählt, dass die Fügebereiche üblicherweise eine deutlich höhere Sauberkeit aufweisen müssen als der Rest des Bauteils und sich diese Reinigungsprozesse nicht oder nur mit  Aufwand in eine Fertigungs- beziehungsweise Montagelinie integrieren lassen. Favorisiert 
werden daher trockene Verfahren wie das umweltverträgliche quattroClean-Schneestrahlreinigungsverfahren der acp systems AG. Es kommt in vielen Industriebereichen zur ortsselektiven oder ganzflächigen Reinigung bei 
Bauteilen aus praktisch allen Werkstoffen zum Einsatz. Da die Reinigung materialschonend erfolgt, lassen sich auch sensible Substrate behandeln. Das Verfahren verwendet flüssiges Kohlendioxid als Reinigungsmedium, das als Nebenprodukt bei chemischen Prozessen und der Energiegewinnung aus Biogas entsteht und daher umweltneutral ist. Es wird durch die verschleißfreie Zweistoff-Ringdüse geleitet und entspannt beim Austritt zu 
feinem CO2-Schnee. Dieser Kernstrahl wird in einem separaten, ringförmigen Druckluft-Mantelstrahl gebündelt und auf Überschallgeschwindigkeit beschleunigt. Beim Auftreffen des gut fokussierbaren Schnee-Druckluftstrahls auf die zu reinigende Oberfläche kommt es zu einer Kombination aus thermischem, mechanischem, Sublimations- und Lösemitteleffekt. Das Zusammenspiel dieser vier Wirkmechanismen entfernt 
partikuläre (z.B. Staub, Späne, Abrieb, Mikrograte) und filmische (z.B. Trennmittel, Ziehöle, Emulsionen, Silikone, Schmauchspuren) Verunreinigungen reproduzierbar. Abgelöste Verunreinigungen werden durch die 
aerodynamische Kraft der Druckluft weggeströmt und durch eine integrierte Absaugung entfernt. 
Die vor über 20 Jahren entwickelte quattroClean-Technologie zählt zu den effizientesten, effektivsten und vielseitig einsetzbarsten trockenen Verfahren. Im Vergleich zu anderen Trockenreinigungsverfahren, wie z.B. Atmosphärendruckplasma- und Laserreinigung, ermöglicht sie durch verschiedene verfahrensbedingte Eigenschaften eine höhere Prozesssicherheit im Serieneinsatz. Dazu zählen der robuste Prozess und das große Arbeitsfenster. Positiv wirkt sich darüber hinaus aus, dass während der Reinigung keine Erwärmung der zu behandelnden Bauteilbereiche stattfindet.Die Skalierbarkeit des Industrie 4.0-kompatiblen quattroClean-Systems ermöglicht es, es einfach und platzsparend an unterschiedliche Anwendungen und Bauteilgeometrien anzupassen. Alle Prozessparameter wie Volumenströme für Druckluft und Kohlendioxid, Anzahl der Düsen, Strahlbereich und -zeit werden durch Versuche im acp-Technikum an das jeweilige Bauteil, die Applikation, die Materialeigenschaften sowie die zu entfernenden Verunreinigungen angepasst. Sie können als teilespezifische Programme in der Anlagensteuerung hinterlegt werden. Auf Standardmodulen basierend, erarbeitet acp maßgeschneiderte Anlagenkonzepte – sowohl als Stand-alone-Lösungen als auch für die Integration in Fertigungslinien und verkettete Produktionsumgebungen. 
Für die Vorbehandlung (Entfernung von Trennmittelrückständen und Aktivierung der Oberflächen) zwei zu fügender Bauteile – gefertigt aus faserverstärktem Polyamid (PA) und unverstärktem PA – hat sich das quattroClean-Verfahren – nach Herstellerangaben – gegenüber der Atmosphärendruck-Plasmareinigung durchgesetzt. Gründe waren, dass bei den mit Plasma gereinigten Bauteilen die Anforderungen der nach dem Verkleben erfolgten zerstörenden Haftfestigkeitsprüfung nicht erfüllt wurden. Außerdem erforderten die engen Prozessfenster der Plasmareinigung, dass Parameter wie Einwirkzeit, Abstand und Auftreffwinkel des Plasmas sehr genau eingehalten werden müssen, um eine Wirkung auf der Oberfläche zu erzielen und eine Überaktivierung des Kunststoffs zu vermeiden. Für diese Anwendung erarbeitete acp gemeinsam mit dem Unternehmen einen mehrstufigen Prozess, in dem die Bauteile automatisiert gereinigt, aktiviert und verklebt werden.

Bei einem asiatischen OEM ging es um die Entfernung minimaler Rückstände des beispielsweise beim Umformen von Karosserieteilen aus Aluminium verwendeten Ziehöls vor dem Verkleben. Das Unternehmen führte dazu vergleichende Versuche mit der Plasma-, Laser- und quattroClean-Reinigung durch. Während sich das Plasmaverfahren hier als nicht zielführend erwies, konnte mit der Laserreinigung das Ziehöl zwar entfernt werden. Allerdings kam es durch die Erwärmung des Bauteils während der Reinigung zu unerwünschten Nebeneffekten, die – ebenso wie die vergleichsweise geringe Prozessgeschwindigkeit – Ausschlusskriterien waren. Neben den erzielten Sauberkeitswerten, der hohen Prozessgeschwindigkeit und -sicherheit konnte das quattroClean-Verfahren durch seine „Unempfindlichkeit“ und Wirtschaftlichkeit überzeugen. Entsprechend den Berechnungen des OEM ermöglicht es im Vergleich zu einem nasschemischen Prozess Investitionseinsparungen um den Faktor vier, die laufenden Betriebskosten verringern sich um > 50%.

19.06.2020
Klebstoff für Katheter der nächsten Generation

Eine effiziente Lösung für den Herstellungsprozess von Kathedern bietet der lösemittelfreie UV-Klebstoff 215-CTH-UR-SC von Dymax mit Encompass®  Technologie.

Die Montage von Kathedern mithilfe von lichthärtenden Klebstoffen, wie dem  Dymax 215-CTH-UR-SC, bringt Vorteile mit sich. Der eigens für Katheter der nächsten Generation entwickelte Klebstoff ist in vier Viskositäten – zwischen 450 bis 20.000 mPas – erhältlich und härtet mithilfe von UV/VIS oder LED-Bestrahlung innerhalb weniger Sekunden klebfrei aus. Die Besonderheit: Dymax 215-CTH-UR-SC verbindet nicht nur die traditionellen Kathetermaterialien wie PC, PVC und PET, sondern ebenso schwer zu verklebende Kunststoffe wie Nylon 12 und PEBA, die aufgrund ihrer brillanten mechanischen Eigenschaften häufig zur Herstellung moderner Katheter verwendet werden. Im Vergleich zu lösemittelhaltigen oder mehrkomponentigen Produkten ist der umweltfreundliche UV-Klebstoff zudem nicht entflammbar, spaltüberbrückend und härtet innerhalb von Sekunden auf Knopfdruck aus.Größter Vorteil des innovativen Dymax UV-Katheter-Klebstoffs ist die integrierte Encompass® -Technologie. Sie bietet die Möglichkeit, sowohl manuelle als auch automatisierte Produktionsprozesse mithilfe von zwei kombinierten Kontrollmechanismen – dem See-Cure-Farbumschlag und der Ultra-Red® -Fluoreszenz-Technologie – noch effektiver und vor allem sicherer zu gestalten.

Der See-Cure-Farbumschlag visualisiert eine erfolgreiche und vollständige Aushärtung des Klebstoffs. Bedeutet: Im unausgehärteten Zustand ist der Klebstoff blau. Damit lässt sich gut erkennen, ob er an allen vorgesehenen Stellen korrekt aufgetragen wurde. Während der Aushärtung mit UV-Licht wird er zunehmend transparent und ist nach vollständiger Aushärtung nicht mehr sichtbar. Die Ultra-Red® -Fluoreszenz-Technologie sorgt dann dafür, dass der transparent ausgehärtete Klebstoff leuchtend rot fluoresziert, wenn er mit Schwarzlicht (365 nm) bestrahlt wird. So entsteht ein Kontrast zur natürlichen blauen Fluoreszenz vieler Kunststoffe (wie z.B. PVC) und die Klebstellen lassen sich optimal überprüfen. Eine hierauf basierende 100-prozentige Qualitätskontrolle der Verklebung kann so entweder manuell erfolgen oder auch in automatisierte Prozesse integriert werden. Weiteres Plus: Die typisch spektrale Signatur der roten Fluoreszenz lässt sich ebenfalls für eine Echtheitskontrolle der Produkte einsetzen. Die sekundenschnelle und sicher kontrollierbare Aushärtung des Klebstoffs ermöglicht durch schnellere Verarbeitungszeiten und höhere Produktionsraten eine Verringerung der Herstell- und Betriebskosten. Übrigens: Eine optimale Aushärtegeschwindigkeit mit maximaler Durchsatzrate gelingt dabei mit den passenden Dymax UV/VIS und LED- Punkt- oder Flächenstrahlern, da die Materialien ideal aufeinander abgestimmt sind.

Dymax 215-CTH-UR-SC kann je nach Bedarf mit einer Vielzahl manueller und automatischer Applikatoren oder mit geeigneten Geräten appliziert werden und ist in 3g und 10g Spritzen erhältlich.

19.06.2020
Klebstoffe für Zellkontaktiersysteme

Die  UV-Klebstoffe Vitralit®  UV 2113 und Vitralit®  UV 2114 von Panacol schützen die Schweißstellen auf Zellkontaktiersystemen und Batteriepacks von Elektroautos vor Korrosion.

Leistungsfähige Zellkontaktierungssysteme (ZKS), die einzelne Lithium-Ionen-Batteriezellen für Hybrid- und Elektrofahrzeuge zu Batteriepacks zusammenfassen, werden häufig durch Litzen oder Drähte verbunden und verschweißt. Um diese Schweißstellen vor Korrosion zu schützen, hat Panacol spezielle UV-Klebstoffe mit niedrigem Ionengehalt entwickelt, die als Schutzbeschichtung aufgetragen werden. Diese bieten bei Vibrationen zusätzlich mechanischen Halt und können thermische Ausdehnungen der unterschiedlichen Materialien kompensieren. Die UV-härtenden Klebstoffe Vitralit®  UV 2113 und Vitralit®  UV 2114 zeichnen sich durch sehr hohe Haftung auf vielen Werkstoffen aus und erfüllen die Anforderungen bezüglich Medien- und Temperaturbeständigkeit der Automobilindustrie. Sowohl Vitralit®  UV 2113 als auch Vitralit®  UV 2114 können in ihren rheologischen Eigenschaften an individuelle Kundenanforderungen angepasst werden. Auch fluoreszierende Klebstoffvarianten für optische Prozesskontrollen sind erhältlich.

In nur wenigen Sekunden können die genannten Klebstoffe mit Licht im UVA- oder im sichtbaren Bereich ausgehärtet werden. Zur Aushärtung können sowohl Gasentladungslampen als auch LED-Strahler eingesetzt werden. Abgestimmt auf Panacol-Klebstoffe  sind die UV- und LED-UV-Aushärtesysteme der Dr. Hönle AG, z.B. die hochintensive LED Powerline AC/IC HP.

Für komplexe ZKS-Geometrien mit Schattenbereichen steht mit Vitralit®  UD 8050 ein dualhärtender Klebstoff auf Acrylatbasis zur Verfügung. Dieser ionenreine Klebstoff härtet nach erfolgter UV-Bestrahlung in den Schattenzonen durch Luftfeuchtigkeit nach.

(Bild: Panacol-Elosol GmbH)
(Bild: Panacol-Elosol GmbH)
19.06.2020
Dosiergeschwindigkeit gesteigert

Mit Flexspeed-Dosierrobotern von Rampf kann man reaktive Kunststoffsysteme schnell auf der Geraden und ultrapräzise um die Ecke applizieren und eine Halbierung von Durchlaufzeiten in der Serienfertigung erreichen.

Die neu entwickelte Technik beruht auf der volumetrischen Zwangsdosierung und der direkten Kopplung von Dosierleistung und Achsvorschub, wodurch das Dosiersystem extrem flexibel und reaktionsschnell ist. Wo ein Dosierroboter bislang mit gleichmäßiger Geschwindigkeit appliziert hat, ist er mit der neuen Flex-Speed-Technik nun mit bis zu 40 m/min. auf der Geraden unterwegs, um kurz vor Ecken und Rundungen kontrolliert auf 20 m/min. abzubremsen, wodurch konstante Dichtungsquerschnitte und minimale Eckradien gewährleistet werden. Der wesentliche Vorteil des Systems beim Dichten, Schäumen und Kleben ist eine optimale Maschinenauslastung bei gleichzeitiger Schonung der Mechanik. Durch die nur kurzzeitige Vollbelastung tritt kaum Verschleiß ein, die Mechanik wird beim geschwindigkeitsabhängigen Dosieren geschont und die Maschinenauslastung kann deutlich gesteigert werden.

(Bild: RAMPF Production Systems)
(Bild: RAMPF Production Systems)
09.06.2020
Edelstahl als Alternative für Gehäusebauteile

Um speziellen Anforderungen gerecht zu werden, hat preeflow ein Edelstahlkit für die eco-PEN Dispenser 300, 330 und 450 entwickelt.

Die alternativen Gehäusebauteile sind ab sofort ab Lager erhältlich. Das Edelstahlkit eignet sich perfekt für den Umbau eines eco-PEN Standard Dispensers. Die Edelstahlkomponenten ersetzen die standardmäßig verbauten POM (Polyoxymethylen)-Gehäusebauteile. Alle produktberührenden Teile der neuen Kits sind aus hochwertigem Edelstahl 1.4404 (AISI 316L). Verschiedene Anforderungen in spezifischen Anwendungen haben die Erweiterung des Portfolios nötig gemacht:

  • Einige Anwendungsfälle haben zur Vorgabe, dass alle produktberührenden Teile des Dosierequipments aus Edelstahl, VisChem und FFKM sind.
  • In anderen Anwendungen wirken sich bestimmte Bestandteile der Dosiermaterialien, z.B. Lösemittel oder Weichmacher, negativ auf den Werkstoff POM aus (Degradation in Abhängigkeit von Temperatur, Zeit und Materialkonzentration). Diese Materialien können ab sofort nach eingehender Prüfung einwandfrei dosiert werden.
  • Je nach verwendetem Material kann es auch erforderlich sein, dass die produktberührenden Gehäusebauteile beständig gegen Flussmittel zum Löten, Oxidationsmittel (Peroxide oder Ozon) oder organische und anorganische Säuren unter ph4 sind.
  •  In manchen Anwendungen ist eine robuste Bauform aufgrund einer großen Anzahl an Reinigungsintervallen  nötig.

Maßlich ist die Edelstahlvariante absolut identisch zur Standardversion aus Kunststoff. Das Mehrgewicht gegenüber der POM-Version beträgt 100 g beim eco-PEN 300 bzw. 185 g beim eco-PEN 330 und 450.

(Bild: ViscoTec Pumpen- u. Dosiertechnik GmbH)
(Bild: ViscoTec Pumpen- u. Dosiertechnik GmbH)
09.06.2020
Trägerpapier effizient beschichten

Speziell für diese Anwendung bietet Dopag mit dem Dosiersystem coatingmix eine Lösung an, die alle Anforderungen erfüllt und gleichzeitig eine hohe Flexibilität mitbringt.

Die coatingmix lässt sich  in automatisierte und auch bestehende Auftragssysteme integrieren. Sie befüllt das Materialreservoir und hält dieses während der Produktion auf Füllstand. Das Dosiersystem ist für alle Anlagentypen sowie für  Beschichtungsgeschwindigkeiten von 200 m/min bis > 1.000 m/min geeignet. Es können Silikonbeschichtungen mit zwei bis sieben Komponenten verarbeitet werden. Je nach Anzahl der gewünschten Komponenten stehen verschiedene Anlagen-Konfigurationen zur Verfügung. Zudem können mehrere Rezept-Varianten erstellt, gespeichert und flexibel abgerufen werden.

Die coatingmix stellt das Material in konstant hoher Qualität durchgängig und mit einer hohen Dosiergenauigkeit (max. Abweichung < 0,5 %) zur Verfügung. Die Zuführung des Materials erfolgt direkt aus Orginalbehältern wie IBC-Containern oder 200-l-Fässern. Dies beschleunigt den Nachfüllprozess, spart Material und sorgt für einen sauberen Arbeitsplatz. Die unabhängige Verarbeitung der einzelnen Komponenten stellt eine kontinuierliche Versorgung während des Produktionsprozesses sicher. Ein Farb-Touchdisplay ermöglicht zudem eine einfache Bedienung und unkomplizierte Verwaltung der gespeicherten Rezept-Varianten.

 (Bild: DOPAG)
(Bild: DOPAG)
03.06.2020
Neuer Klebstoff für Leistungshalbleiter

Der neue Elektronikklebstoff DELO MONOPOX TC2270 sorgt für eine schnelle Wärmeübertragung und für ein dauerhaft zuverlässiges Funktionieren von Halbleitern in der Leistungselektronik.

Ein häufiger Grund für den Ausfall von Leistungshalbleitern ist die Wärmeentwicklung in den oftmals sehr kleinen Bauteilen, da meist keine effiziente Wärmeabfuhr gegeben ist. Klebstoffe erfüllen hier neben dem dauerhaften Verbinden auch die Funktion der Wärmeableitung und elektrischen Isolation.  Bei dem neuen Elektronikklebstoff  handelt es sich um ein einkomponentiges, warmhärtendes Epoxidharz. Durch den Keramikfüllstoff Aluminiumnitrid wird eine sehr hohe thermische Leitfähigkeit von 1,7 W/(m∙K) erzielt (gemessen in Anlehnung an ASTM D5470). Diese ist vergleichbar mit der von mit Silber gefüllten ICA-Klebstoffen (ICA = Isotropic Conductive Adhesives), die eine Wärmeleitfähigkeit von ~1,5-2,0 W/(m∙K) besitzen.
Ein Vorteil von DELO MONOPOX TC2270 gegenüber ICA-Klebstoffen ist die gleichzeitige elektrische Isolation. Der Klebstoff sorgt damit sowohl für eine zuverlässige Wärmeableitung als auch für die elektronische Trennung von Baugruppen. Zudem können die anteiligen Bauteilkosten durch den Einsatz des neuen Elektronikklebstoffes reduziert werden. Im ausgehärteten Zustand weist er Druckscherfestigkeiten von 34 MPa auf dem Verbundwerkstoff FR4 und 11 MPa auf dem Hochleistungskunststoff LCP auf. Werden Mikrochips verklebt, erreicht der Elektronikklebstoff im Die-Shear-Test (1x1 mm² Silizium-Dies auf Goldoberfläche) Werte von 60 N. Auch nach standardisierten Feuchtigkeitstests zeigt er gute Festigkeiten. Zur Bestimmung des Moisture Sensitivity Levels (MSL 1) wurden Silizium-Dies auf unterschiedliche Leiterplatten-Materialien verklebt, eine Woche lang bei 85 °C und 85% Luftfeuchtigkeit gelagert und anschließend drei aufeinanderfolgenden Reflow-Durchläufen unterzogen. Selbst nach diesen Belastungen behielt der Klebstoff sein hohes Festigkeitsniveau. Um die Verklebung von wärmeempfindlichen Baugruppen zu ermöglichen und diese nicht durch zu hohe Aushärtetemperaturen zu schädigen, wurde in der Entwicklung ein chemisches System verwendet, dass bereits bei einer Aushärtungstemperatur von 60 °C nach 90 min seine Endfestigkeit erreicht. Bei 80 °C kann der Aushärtungsprozess auf 15 min reduziert werden. So können Produktionsprozesse individuell auf die zu fertigenden Bauteile und Stückzahlen angepasst werden.  Der Temperatureinsatzbereich des Klebstoffs liegt zwischen -40 bis +150 °C.

(Bild: DELO)
(Bild: DELO)
03.06.2020
Lichthärtender Klebstoff zur Montage von medizintechnischen Geräten

Mit dem Klebstoff MD®  250-CTH bringt Dymax ein neues kationisches Epoxid auf den Markt. Der Klebstoff ist für eine schnelle Montage von medizinischen Geräten mit flexiblen Aushärtungsmöglichkeiten durch LED/Breitband-Bestrahlung und/oder Wärme ausgelegt und bringt weitere Vorteile für die Klebung von unterschiedlichen Substraten mit sich.

Konzipiert wurde der neue Klebstoff für Hersteller, für die ein extrem geringer Schrumpf bei der Linsenausrichtung und beim Verkleben von Endoskop-/Mikroskoplinsen äußerst wichtig ist. Auch bei der Positionierung von Kamera-/Lichtmodulen innerhalb von Endoskop-Baugruppen gelten ähnlich strenge Anforderungen bezüglich des Schrumpfverhaltens. Die semi-opake grauweiße Farbe des Materials sorgt beim Einsatz rund um beleuchtete Kamerabauteile dafür, dass ein Teil des Lichts abgeschirmt wird. Der hohe E-Modul und die hohe Shore-Härte des Produkts bewirken eine bessere Steifigkeit und Beständigkeit gegen Verformungen, durch die eine genaue Positionierung beeinträchtigt werden könnte. Er ist mit LED- oder Breitband-Geräten bei 365 nm, 385 nm oder 405 nm, und/oder bei Temperaturen von 80 bis 85 °C vollständig aushärtbar. Die reine Wärmehärtung bei diesen niedrigen Temperaturen erfolgt innerhalb von 20 - 35 min. Eine herkömmliche Wärmeaushärtung von Acrylat-Urethanen dauert bei 110 °C vergleichsweise 60 min. Die Härtung mittels Licht, Wärme oder einer Kombination aus beiden erzielt jeweils die gleichen physikalischen Eigenschaften. Die reine Wärmehärtung ist  geeignet, um eine vollständige Aushärtung auch in Schattenbereichen ohne Lichteinfall sicherzustellen. Das Epoxidharz hat eine hohe Haftfestigkeit auf verschiedensten Substraten wie Kunststoffen, FR-4 und Glas. Der Klebstoff zeichnet sich durch eine geringere Wasseraufnahme für eine verbesserte Leistung bei beschleunigter Alterung und Echtzeit-Lagerbedingungen in Umgebungen mit hoher Temperatur und Feuchtigkeit aus.

29.05.2020
Motorisch betriebenes Folgeplattenkonzept für beheizte Fassschmelzer

Der GX7882.01-Fassschmelzer von SM Klebetechnik bietet mit einem geringen Platzbedarf, hoher Betriebssicherheit,  Energieeffizienz und Wartungsfreundlichkeit ein neues Konzept zur flexiblen Verarbeitung von Kleb- und Dichtstoffen unterschiedlichster Hersteller.

Beheizte Fassschmelzer und Fassentleerer zur Verarbeitung von zu schmelzenden Materialien aus 200-l-Fassgebinden gehören heute zum Allgemeinbild in der Kleb- und Dichtstoff verarbeitenden Industrie. Hierbei unterscheiden sich die technischen Auslegungsvarianten in Bezug auf die zu verwendenden Fässer, wie Sickenfässer, glattwandige Metallfässer oder Pappfässer, und die Schmelzplatten-, Pumpen- und Vorschubvariationen. Neben pneumatisch angetriebenen Kolbenpumpen kommen auch motorisch angetriebene Zahnrad- oder Schraubenspindelpumpen – je nach Eignung für das zu verarbeitende Material – zum Einsatz. Die erreichbare Förderleistung wird bestimmt durch die wärmeübertragende Oberfläche der Schmelzplattenrippen und den erforderlichen Druck, den die Schmelzplatte von oben auf den Materialspiegel ausübt. Die Kombination aus wärmeenergetischem Übertrag und Plattendruck bestimmt die Effizienz des Gesamtsystems. Während in der Vergangenheit die Rippengeometrie und Heizleistung der Schmelzplatten in Bezug auf die Materialeigenschaften und Rheologie immer weiter  optimiert wurden, fand bei dem Konzept des Folgeplattendrucks eigentlich keine Veränderung statt. SM Klebetechnik stellt nun erstmalig das neue Fassschmelzer-Konzept GC7882.01 vor, in dem ein positionsgeregelter motorischer Antrieb den Plattenvorschub übernimmt und somit für den Oberflächendruck der Schmelzplatte auf dem zu verarbeitenden Kleb- oder Dichtstoff im Fass verantwortlich ist. Die Führung des Motordrehmoments zur Stempeldrucksteuerung wird über einen Drucksensor in der Folgeplattenunterseite zuverlässig überwacht.

Während bei einem herkömmlichen Antrieb über Pneumatikzylinder kaum mehr als 4t auf die Materialoberfläche im Fass wirken können, schafft ein hydraulisches System ca. bis zu 15t. Dieser Wert wird mit dem motorischen Spindeltrieb-Konzept des neuen GX7882 ebenfalls erreicht. Ein Einsatz von teurer Druckluft-Energie oder wartungskritischen Hydrauliköl-Systemen wird auf diese Weise vermieden, wodurch eine bestehende Anforderung der Automobilindustrie erfüllt wurde. Eine versenkte Anordnung des Pumpensystems in der Schmelzplatte sorgt zudem für kurze Ansaugwege. Hierdurch werden bei der Verarbeitung hoch- oder zäh-viskoser Dichtstoffmaterialien aus 200-l-Fässern nun sehr hohe Schmelz- und Fördermengen im kontinuierlichen Betrieb realisierbar. Optionale Ausrüstungen, wie Doppeldichtungen an der Platte zur Handhabung von Sickenfässern oder Tandem-Versionen mit automatischer Umschaltung zur unterbrechungsfreien Durchführung von Fasswechselvorgängen, sind konfigurierbar und im Rahmen eines Baukastensystems lieferfähig.

Ein modernes grafisches Touchpanel-Bedientableau und die neue Form einer optischen Signallampen-Einheit auf dem Schaltschrank wurden mit weiteren sicherheitsrelevanten Detaillösungen in das neue Maschinenkonzept integriert. Als Vorlage zu dieser Konstruktion diente maßgeblich der Design-Entwurf eines Fassschmelzers aus der Hand von „Timo Heinen Industriedesign“, welcher 2020 zum Gewinn des „German Design Award“ führte.

(Bild: SM Klebetechnik Vertriebs GmbH)
(Bild: SM Klebetechnik Vertriebs GmbH)
25.05.2020
Biokompatibler Klebstoff hält hohem Wärmeeintrag stand

Der Klebstoff Vitralit®  1605 von Panacol-Elosol zeichnet sich durch seine hohe Glasübergangstemperatur aus, härtet unter UV-Licht aus und ist für Anwendungen in der Medizintechnik geeignet.

Der 1K-Klebstoff  ist transparent und einfach zu dosieren. Seine Haftung auf Glas und Metall ist hervorragend, weshalb er z.B. zur Fixierung von Glas- und Stablinsen in Endoskopen oder zur Verklebung von Linsen-Stacks eingesetzt werden kann. Er lässt sich unter UV-Licht im Wellenlängenbereich 320 nm bis 390 nm aushärten. Zusätzlich verfügt er über einen thermischen Initiator, der ein nachträgliches Aushärten des kationischen Klebstoffs in Schattenbereichen ermöglicht. Für eine besonders schnelle und einfache Aushärtung unter UV-Licht eignen sich die hauseigenen UV- und LED-UV-Systeme der Dr. Hönle AG. Vollständig ausgehärtet zeichnet er sich durch eine sehr hohe Chemikalienbeständigkeit und einen lediglich minimalen Schrumpf aus. Gleichzeitig weist der Klebstoff mit 150 °C eine sehr hohe Glasübergangstemperatur sowie einen geringen Wärmeausdehnungskoeffizienten auf. Dies bietet die Möglichkeit, Komponenten zu verkleben, die bei erhöhten Betriebstemperaturen maximale Stabilität erfordern. Zudem hält Vitralit®  1605 den gängigen Sterilisationsverfahren stand. Aufgrund dieser Eigenschaften, sowie seiner Zertifizierung nach ISO 10993-5, ist er speziell für Verklebungen in der Medizintechnik geeignet.

(Bild: Panacol-Elosol GmbH)
(Bild: Panacol-Elosol GmbH)
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