Aktuelles / Entwicklungen - Klebetechnik / Flüssigdichtsysteme

31.07.2020
Effektivere Mikrodosierung von hochabrasiven Materialien 

Mit „Diamond Coating“ (DC) veredelte Rotoren können bei preeflow-Systemen von Viscotec die Lebenszeit des Systems verdoppeln bis verdreifachen, bis ein Austausch des Rotors notwendig wird.

Gegenwärtig und auch in Zukunft gewinnen feststoffbeladene bzw. gefüllte Medien mit teils hochabrasiven Eigenschaften an Bedeutung. Dabei handelt es sich meist um thermisch oder elektrisch leitfähige Materialien im 1K- und 2K-Bereich. Besonders häufig handelt es sich um Anwendungen mit thermischen Gap-Fillern bzw. Wärmeleitpasten, welche durch die anhaltende Entwicklung im Bereich der Elektronik- und Platinenfertigung von kleinen Wearables über Smartphones und Tablets bis hin zu Elektrofahrzeugen immer wichtiger werden.

Die abrasiven Eigenschaften derartiger Materialien sind sehr herausfordernd für das Dosierequipment und können zu frühzeitigem und starkem Verschleiß führen. Durch die Wahl des am besten geeigneten Set-ups sowie passender Parameter lässt sich die Standzeit mit Standardequipment zwar optimieren, dennoch verschleißen Rotor und Stator schneller als üblich und müssen ausgetauscht werden. Dies ist technologiebedingt und für alle nach der Exzenterschnecken-Technologie arbeitenden Dispenser der Fall.

Dieser Herausforderung hat sich preeflow angenommen und eine Lösung entwickelt, um speziell im Klein- und Kleinstmengenbereich die Standzeit des Systems bei der Verarbeitung hochabrasiver Materialien signifikant zu verbessern. Das Ergebnis sind speziell beschichtete Rotoren. Diese mit einem  „Diamond Coating“ (kurz: „DC“) veredelten Rotoren können die Lebenszeit des Systems verdoppeln bis verdreifachen.  Auf Laborebene konnte die Standzeit mit einem sehr weit verbreiteten und hochabrasiven 2K-Gap-Filler noch darüber hinaus verbessert werden. Für bereits bestehende als auch neue Anwendungen ergeben sich daraus zahlreiche Vorteile, u.a.:

  • Verbesserung der Prozesssicherheit durch volumetrisches Dosiersystem
  • Kostenreduzierung durch geringeren Ersatzteilbedarf
  • verringerte Rüst- und Standzeiten
  • sichereres und einfacheres Handling gegenüber Keramikrotoren
  • Ersatzteilcharakter, keine weiteren technischen Anpassungen zur Verwendung nötig

Die Rotoren mit Diamond Coating sind für die eco-PENs und eco-DUOs der Baugrößen 330, 450 und 600 verfügbar.

(Bild: ViscoTec Pumpen- u. Dosiertechnik GmbH)
(Bild: ViscoTec Pumpen- u. Dosiertechnik GmbH)
28.07.2020
Thermisch leitfähige Materialien sicher verarbeiten

Speziell für die Verarbeitung von  gefüllten und abrasiven Materialien bietet DOPAG das Dosiersystem vectomix TC mit besonderer Ausstattung an. Einsatzbereiche sind insbesondere die Batterieherstellung, aber auch der Verguss von Leiterplatten oder Sensoren.

Das Dosiersystem vectomix TC besteht aus zwei Kolben-Dosiereinheiten, die in verschiedenen Baugrößen verfügbar sind und miteinander kombiniert werden können. Dieser modulare Aufbau ermöglicht ein breites Einsatzgebiet sowie variable Mischungsverhältnisse und Austragsmengen. Für die Verarbeitung von thermisch leitfähigen Materialien wurden die Komponenten mit einer speziellen Beschichtung ausgestattet, um sie vor übermäßigem Verschleiß zu schützen und eine konstant zuverlässige Verarbeitung sicherzustellen.

Eine weitere Besonderheit des Systems ist die Servosteuerung. Beide Dosiereinheiten verfügen jeweils über einen eigenen, unabhängigen Antrieb, der separat angesteuert werden kann. Dies ermöglicht eine  präzise Steuerung des Mischungsverhältnisses. Zudem kann die Ausflussrate während des Dosierens über ein Analogsignal verändert werden, beispielsweise um eine saubere Koppelstelle über eine Rampenfunktion zu erzielen. Der Materialaustrag kann schussweise oder als Raupe erfolgen. Mehrere Schüsse mit einem Kolbenvolumen ermöglichen kurze Zykluszeiten.

Das System hat sich bereits in verschiedenen Produktionsprozessen, insbesondere hinsichtlich einer hohen Prozesssicherheit und Reproduzierbarkeit, bewährt. Für jede Anwendung erarbeitet DOPAG gemeinsam mit den Kunden die Lösung, die den Anforderungen exakt entspricht. Hierbei kann das Dosiersystem vectomix TC in teil- und vollautomatisierte Produktionslinien integriert werden.

 (Bild: DOPAG)
(Bild: DOPAG)
22.07.2020
Neues Verkapselungsmaterial für die Leiterplattenmontage

Das Verkapselungsmaterial Dymax Multi-Cure®  9037-F härtet sekundenschnell unter Einwirkung von UV/sichtbarem Licht aus und ein sekundärer Wärmehärtungsprozess ermöglicht auch die Aushärtung in den Schattenzonen, die auf Leiterplatten durch Bauteile mit höherem Profil entstehen.

Das Material zeichnet sich durch verbesserte Flexibilität und Belastbarkeit bei einer Vielzahl von Anwendungen wie Glob-Top, Chip-on-Board, Chip-on-Flex, Chip-on-Glass und Wire-Tacking/Bonding aus. Es eignet sich  für die Verkapselung kritischer Bauteile auf flexiblen und starren Leiterplattenmaterialien wie FR-4, Kapton®  und Glas und enthält keine scharfen, abrasiven, mineralischen oder Glasfüllstoffe, durch die feine Drähte beschädigt werden könnten. Erhältlich ist das neue Produkt  in drei verschiedenen Größen: 10 g, 30 g und 300 g. Das Material hat eine ausgezeichnete Feuchtigkeits- und Wärmebeständigkeit und ist somit als Korrosionsschutz für Drahtbonding-Verbindungen in Batterie-Management-Systemen geeignet. Weitere Anwendungsbereiche sind die Verkapselung von Bauteilen auf Leiterplatten, die in ADAS- und Infotainmentsystemen von Kraftfahrzeugen, in der Luft- und Raumfahrt und in der Unterhaltungselektronik zu finden sind. Bei der Entwicklung des Materials wurde die blaue Fluoreszenztechnologie integriert. So ist das Material auf verkapselten Leiterplattenmodulen sehr gut erkennbar, wenn diese bei der visuellen Qualitätsprüfung mit Schwarzlicht bestrahlt werden.

(Bild: Dymax)
(Bild: Dymax)
22.07.2020
Silberpins in Automotive-Steckern zuverlässig abdichten

Die licht- und feuchtigkeitshärtende Dichtungsmasse DELO DUALBOND GE4918 bietet sehr gute Eigenschaften beim Abdichten von Pins, erhöht die Lebensdauer von Steckern und erlaubt eine effiziente Fertigung.

Das zuverlässige Abdichten von Steckern ist erforderlich, um die Elektronik vor Feuchtigkeit, Medien und Korrosion zu schützen. Für Stecker-Pins verwenden Automobilzulieferer größtenteils eine Silberbeschichtung, die günstiger als Gold und zuverlässiger als Kupfer ist. Als Anlauf- und Abriebschutz erhält das Silber eine zusätzliche Passivierungsschicht. Diese ist zumeist auf Thiol-Basis und galt als schwer verklebbar – bis jetzt. DELO DUALBOND GE4918 ist für das zuverlässige Abdichten dieser Pins optimiert und haftet außer auf der Thiol-Beschichtung ebenfalls sehr gut auf PA und PBT als typischen Materialien für die Steckergehäuse. Dank einer guten Temperaturwechselbeständigkeit gilt das auch unter den erhöhten Anforderungen im Automobilbereich. Da die Dichtungsmasse im ausgehärteten Zustand flexibel ist, gleicht sie zudem die unterschiedliche Wärmeausdehnung von Metall-Pins und Kunststoffgehäusen aus. In Tests zeigt sie eine sehr gute Temperaturbeständigkeit bis +150 °C und sorgt selbst nach Temperaturschocktests von -40 °C bis +150 °C für eine gleichbleibende Dichtigkeit der Stecker. Was die Fertigung betrifft, ermöglicht die 1K-Dichtmasse schnelle und einfache Prozesse mit hoher Sicherheit. Sie ist einfach dosierbar, zeigt gute Fließeigenschaften und lässt sich in 10 bis 20 s mithilfe von hochintensivem UV-Licht fixieren. In Schattenzonen, die kein Licht erreicht, härtet sie durch Luftfeuchtigkeit als weiteren Härtungsmechanismus vollständig aus. Ein Inline-Dichtigkeitstest kann bereits nach der UV-Lichtfixierung durchgeführt werden. Mit der neuen Dichtungsmasse erhalten Automobilzulieferer ein Produkt mit silikonähnlichen Eigenschaften, ohne dass sie wie bei Silikonen spezielle Maßnahmen in ihrer Produktion ergreifen müssen. So gibt es durch die Ausgasung von Silikon häufig Kontaminationen anderer Prozesse. Insbesondere bei Lackierungs- oder Beschichtungsvorgängen sind diese unerwünscht. DELO DUALBOND GE4918 ist ab sofort für Bemusterungen verfügbar.

(Bild: DELO)
(Bild: DELO)
17.07.2020
Neue Dosierzelle für die Serienfertigung

Für anspruchsvolle Dosieraufgaben hat Scheugenpflug die neue, leistungsstarke Dosierzelle DispensingCell DC803 im Programm. Diese wurde speziell auf die Anforderungen industrieller Serienproduktionen mit kurzen Taktzeiten und hohen Stückzahlen zugeschnitten.

Der Verguss wechselnder Bauteile, sich verändernde Kapazitäten oder Platzmangel in der Fertigung: Die Anforderungen an Kleb-, Dicht- und Vergussprozesse werden zunehmend individueller. Vor diesem Hintergrund spielt die Möglichkeit zur effizienten und wirtschaftlichen Anpassung des Dosiersystems eine entscheidende Rolle. Für anspruchsvolle Dosieranwendungen steht mit der DispensingCell DC803 eine neue Multifunktionszelle zur Verfügung. Vom Füllverguss über das Auftragen von Klebstoffen und Flüssigdichtungen bis hin zum Versiegeln sensibler Elektronikoberflächen lassen sich mit diesem System zahlreiche unterschiedliche Dosieraufgaben abdecken. Die Zelle ist die Weiterentwicklung der bewährten CNCell  und wurde noch mehr auf die Anforderungen industrieller Serienfertigungen zugeschnitten. Sie wurde somit speziell für Produktionen mit mittleren bis hohen Stückzahlen konzipiert. Die Servomotortechnik und das Hochleistungs-Achssystem erlauben hohe Verfahrgeschwindigkeiten und in der Folge kurze Zykluszeiten beim Matrix- und Raupenverguss. Für eine schnelle Inbetriebnahme sorgt das Plug-and-produce-Prinzip. Die  Multifunktionszelle basiert auf standardisierten Modulen, die individuell zusammengestellt werden. Sie lässt sich mit allen Dosierern und Materialaufbereitungs- und/oder Fördersystemen von Scheugenpflug kombinieren. Dies ermöglicht eine sehr individuelle und bedarfsgerechte Anlagenplanung. Auch in Umfang und Automatisierungsgrad kann die DispensingCell DC803 flexibel angepasst werden: Neben der Nutzung als Stand-alone-System besteht die Möglichkeit, sie als Inline-Variante direkt in eine bestehende Fertigungslinie zu integrieren. Darüber hinaus lässt sich die Zelle mit zusätzlichem Equipment, wie z.B. Handlingsystemen oder Verbindungstechnik, ausstatten. Für prozesssichere Dosierergebnisse stehen zudem zahlreiche Optionen zur Prozessüberwachung zur Verfügung. Eine einfache und intuitive Bedienung der Zelle ermöglicht das integrierte Bedienkonzept UViS5 . Damit haben Anwender die relevanten Daten für alle Prozesse auf einem 15,6"-Multi-Touch-Display kontinuierlich im Blick. Für mehr Effizienz und Wirtschaftlichkeit sorgen vordefinierte Funktionen für die gängigsten Dosieraufgaben sowie ein Schnellzugriff auf relevante Prozessparameter. Das optionale Programmiertool UPiC5 , das die Bedienersoftware UViS5  ergänzt und erweitert, ermöglicht zudem eine schnelle und komfortable Erstellung komplexer Dosierprogramme.

(Bild: Scheugenpflug AG)
(Bild: Scheugenpflug AG)
14.07.2020
Silikonkleber für flexible, faltbare Displays

Der neue Silikonklebstoff DOWSIL™ VE-8001 von DOW ermöglicht größere Designfreiheit für Unterhaltungselektronik und bietet stabile mechanische Eigenschaften für eine größere Zuverlässigkeit der Geräte.

Der neue primerlos verarbeitbare Silikonklebstoff für flexible und faltbare Displays, Smartphones, Wearables, Laptops, Fernseher und viele andere Arten von elektronischen Geräten wird direkt auf dünne Metalloberflächen aufgetragen und bildet eine elastische Schicht oder ein inneres Scharnier, das dazu beiträgt, das Display vor Beschädigungen durch das Ein- und Ausklappen zu schützen. Er ist leicht aufzutragen, härtet bei niedrigen Temperaturen aus und bietet dauerhafte mechanische Eigenschaften. Seine Zugfestigkeit und Dehnung unterstützen auch Designs mit einem kleinen Faltradius.

Der Silikonklebstoff kann mit Siebdruck, Rolle-zu-Rolle-Beschichtung, automatischem Dispensen oder Spritzguss aufgetragen werden. Die Viskosität des Klebstoffs erleichtert das Auftragen auf Substrate wie die geätzten Bereiche dünner Edelstahlbleche, die als Rahmen unter dem Display von faltbaren Laptops verwendet werden. Er härtet bei niedrigen Temperaturen (80 °C für 1 h bei 300 µm Dicke) aus. Für eine beschleunigte Aushärtung kann auch höhere Hitze angewendet werden. Bei einer Verarbeitungszeit von 12 h bei Raumtemperatur härtet der Klebstoff nicht vorzeitig aus.

Er weist sowohl nach dynamischen als auch statischen Tests stabile mechanische Eigenschaften auf. Härte, Haftfestigkeit und Zugfestigkeit bleiben über die Zeit konstant. Die Dehnung ist hoch (40%) und weist auf die Fähigkeit des Materials hin, sich vor dem Bruch deutlich zu dehnen. Die Zugfestigkeit und die angemessene Dehnung des flexiblen Silikonklebstoffs helfen, die spannungsneutrale Linie zu kontrollieren und eine Beschädigung des Displays, insbesondere in seinem gefalteten Bereich, zu verhindern. Neben der Zuverlässigkeit in kritischen Bereichen bietet dieser innovative Klebstoff eine hoheStoßfestigkeit, die dazu beiträgt, die Anzeigetafel vor Stürzen oder anderen Stößen zu schützen.

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator

(Bild: DOW)
(Bild: DOW)
14.07.2020
Anaerobe Klebstoffe dosieren

Bei dem preeflow Dispenser von ViscoTec ist es durch Verwendung geeigneter Materialien gelungen, die Herausforderungen dieser Materialien beim Auftrag zu meistern. Langzeittests bestätigen das.

Das Wort anaerob bedeutet „ohne Luft“ und beschreibt bereits einen der beiden Aushärtemechanismen im Handling der 1K-Klebstoffe: Luftabschluss. Kombiniert mit dem zweiten, nämlich dem Kontakt mit Metallionen, erreicht man eine rasche Polymerisation des Materials. Aufgrund ihrer einfachen Handhabung und der schnellen Aushärtung erfreuen sich anaerobe Klebstoffe großer Beliebtheit. Die lösemittelfreien 1K-Klebstoffe werden in den verschiedensten Klebeanwendungen eingesetzt. Hauptanwendungsgebiete sind zum Beispiel Schraubensicherungen, Klebungen mit einer dichtenden Funktion im Fahrzeugbau, die Montage von Motoren und Getrieben oder die Verbindung rotationssymmetrischer Fügeteile.

In der Vergangenheit war der Hauptvorteil anaerober Klebstoffe bei deren Dosierung auch das Hauptproblem: Der Klebstoff beginnt bei Berührung mit metallischen Bauteilen zu reagieren. Teilweise ist diese Reaktion sehr schnell. Denn in der automatisierten Serienproduktion sollen die gefügten und geklebten Bauteile möglichst schnell weiterverarbeitet werden. Die sehr schnelle Reaktion ist also durchaus erwünscht. Grundsätzlich reagiert jedoch jeder der Klebstoffe anders.

preeflow Dispenser von ViscoTec eignen sich  zum Dosieren von anaeroben Klebstoffen. Denn durch die Verwendung geeigneter Materialien ist es gelungen, die Herausforderungen beim Auftrag zu meistern. In enger interner Zusammenarbeit mit Chemikern der ViscoTec Elastomer-Abteilung und durch zahlreiche Dauerversuche mit anaerob reagierenden Klebstoffen konnten die Materialien identifiziert werden, die weder eine Reaktion bei den Klebstoffen auslösen noch die Performance der Dispenser beeinträchtigen. Die materialberührenden Gehäuseteile der preeflow eco-PEN Dispenser sind standardmäßig metallfrei. Die metallischen materialberührenden Teile des Rotorstrangs werden in einem einfachen Prozess behandelt und bieten danach ebenfalls keine Oberfläche mehr für eine Aushärtung. Selbst extrem schnell reagierende Hochleistungsklebstoffe können über drei Tage im Dispenser verbleiben. Eine Reaktion des Materials findet nicht statt. Dosierpausen über ein Wochenende stellen absolut kein Problem dar. Auch ein zeitaufwändiges und unbeliebtes Reinigen am Freitagnachmittag erübrigt sich. Die Zeitersparnis und die vermiedenen Stillstandszeiten der Anlage durch ungewollt ausgehärtetes Material in der Dosiereinheit bringen dadurch einen „Return on Invest“ innerhalb weniger Wochen.

Um die Erfahrung im Umgang mit den anaeroben Klebstoffen weiter auszubauen und um Kunden in Zukunft noch besser beraten zu können, wurde der eco-PEN450 Langzeittests unterzogen – im Hinblick auf Beständigkeit und Anlaufverhalten in Verwendung mit den Klebstoffen. Insgesamt 14 verschiedene anaerobe Klebstoffe von sieben Klebstoffherstellern wurden getestet. Der Dispenser wurde vorschriftsmäßig, und wie in der Anleitung beschrieben, in Betrieb genommen. Nach dem Befüllen des Dispensers mit Klebstoff wurden ca. 3 ml (Dispenserinhalt) dosiert und das System entlüftet. Für eine Dauer von bis zu 32 Tagen verblieb der Klebstoff ohne Dosierbetrieb im eco-PEN, um nach Ablauf der Zeit das Anlaufverhalten mit einer Drehmomentmessung zu überprüfen. Und selbst nach 32 Tagen Stillstandszeit wurde mit der Mehrzahl der getesteten Klebstoffe ein perfektes Dosierergebnis erzielt.

Insgesamt zeigte mehr als die Hälfte der Klebstoffe über den gesamten Versuchszeitraum keinerlei Auffälligkeiten (Icon „Strong Arm“, Grafik unterhalb) und konnte für über 32 Tage, ohne zu dosieren, im eco-PEN verbleiben. Bei drei Dispensern (Icon „X“ nach 32 Tagen, Grafik unterhalb) wird nach gleicher Anzahl der Tage ein Reinigungsschritt empfohlen. Und bei weiteren drei Materialien (Icon „Dosiernadel“ nach 1,2,8 Tagen, Grafik unterhalb) konnte man die Auswirkungen einer leichten Polymerisation entweder an der Dosiernadel oder nach längerer Stillstandzeit im Endstück des Dispensers erkennen. Hier stellen vor allem Klebstoffe, welche auch bei geringem Lichteinfluss auszuhärten beginnen, das Dosiersystem vor große Herausforderungen. Das Anlaufdrehmoment kann bei Berücksichtigung der Empfehlungen komplett vernachlässigt werden und zeigte auch bei den Versuchen keine erhöhten Werte. Zusammenfassend ist zu sagen, dass bei Beachtung der vorschriftsmäßigen Inbetriebnahme eines sorgfältig gereinigten Dosiersystems von preeflow einer Verwendung von anaeroben Klebstoffen nichts im Wege steht.

(Bild: ViscoTec Pumpen- u. Dosiertechnik GmbH)
(Bild: ViscoTec Pumpen- u. Dosiertechnik GmbH)
07.07.2020
1K-Klebstoffe ohne externe Dosiersysteme abmessen und dosieren

Das neue E-Flo iQ ist eine 1K-Mess- und Dosierlösung, die Einfachheit und softwaregesteuerte Intelligenz in die robotergestützte Anwendung von Dichtmitteln und Klebstoffen bringt.

Das E-Flo iQ-System steuert die Perlengenauigkeit von der Pumpe bis zum Dosierungspunkt präzise. Es gibt weniger Teile, weniger Wartung, einfachere Installation und weniger Verzögerungen. Auf diese Weise lassen sich die Betriebskosten senken und die Wirtschaftlichkeit lässt sich für eine Vielzahl von Anwendungen, inkl. strukturellem Klebstoff, Bördelnaht und Anti-Flatter, verbessern. Das System verwendet einen  Zähler von Drum Technology™, der es ermöglicht, die Durchflussraten direkt aus dem Fass zu messen und zu regeln. Die Einführung des E-Flo iQ-Systems in der Automobilindustrie ermöglicht Einsparungen im Karosseriebau . Zu den Schlüsselkomponenten des E-Flo iQ-Systems gehören ein Anzeigemodul, von dem das gesamte System gesteuert wird, die Mess-aus-dem-Fass-Technologie, die ein zusätzliches Dosiergerät überflüssig macht, ein beheiztes Schlauchdesign, das eine konstante Temperatur und Materialintegrität gewährleistet, und ein modulares Dosierventil, das Kugelsitz-, Düsendichtungs- oder Rücksaug-Konfigurationsoptionen bietet.

Video zum System

 (Bild: Graco BV)
(Bild: Graco BV)
07.07.2020
Neues Mikrodosierventil

Das  elektropneumatisch angetriebene Jet-Dosierventil PDos X  der perfecdos GmbH weist durch die patentierte Aktuatortechnologie eine sehr präzise und schnelle Schaltcharakteristik auf.

Bezogen auf die Präzision der Einzeltropfendosierung liegt die Leistungsfähigkeit des PDos X1 auf dem Niveau von Piezo-elektrisch angetriebenen Systemen. Im Dauerbetrieb sind 300 Einzeldosierungen pro Sekunde möglich. Justiert wird das PDos X1 über die kopfseitig angebrachte Hub-Einstellschraube mit Skala, welche aus drei Positionen kalibriert und abgelesen werden kann. Der modulare Aufbau  erlaubt eine flexible Anpassung an eine gegebene Einbausituation. Die  gut zugängliche und sichtbare Düse, das von den fluidberührenden Bauteilen völlig getrennte Heizelement und die einheitlich ausgeführten Schlüsselweiten aller relevanten Schraubverbindungen vereinfachen alle Betriebs- und Wartungsarbeiten. Ein weiterer Anwendernutzen des elektropneumatischen Antriebes ist darin begründet, dass ein spezielles Ansteuergerät nicht zwingend erforderlich ist. Das PDos X1 kann direkt und in vollem Umfang mittels eines 24 V-Rechtecksignals, z.B. von einer übergeordneten Steuerung (SPS), angesteuert werden. Zudem ist diese Antriebstechnik äußerst robust und für eine raue Industrieumgebung geeignet.

(Bild: perfecdos GmbH)
(Bild: perfecdos GmbH)
29.06.2020
Klebungen mit CO2-Schnee vorbereiten

Bei der zuverlässigen Vorbehandlung von Fügebereichen bietet die klimaneutrale quattroClean-Technologie der acp systems AG im Vergleich zu anderen trockenen Reinigungsverfahren verschiedene Vorteile.

Leichtbau ist in der Automobilindustrie kein neues Thema. Im Zuge der weiteren Verringerung von CO2-Emissionen und Elektromobilität gewinnt es jedoch weiter an Aktualität. OEMs und Zulieferer setzen deshalb auch bei Karosserieteilen wie beispielsweise Türen, Fahrzeugdächern, Kofferraum- und Heckklappen sowie Motorhauben vermehrt auf leichtere Materialien wie Aluminium und Kunststoffe. Darüber hinaus ermöglichen veränderte Produktions- und Fügetechnologien wie das Verkleben statt Schweißen, Nieten oder Schrauben Gewichtseinsparungen. Um bei strukturellen Verklebungen, z.B. von Karosserieteilen oder Batteriegehäusen, die erforderliche Haftfestigkeit zu gewährleisten, werden sehr hohe Anforderungen an die Sauberkeit und Benetzbarkeit der Fügebereiche gestellt. 
Klassische nasschemische Reinigungsprozesse mit wasserbasierenden Medien oder Lösemitteln scheiden bei diesen Aufgabenstellungen aus verschiedenen Gründen aus. Dazu zählt, dass die Fügebereiche üblicherweise eine deutlich höhere Sauberkeit aufweisen müssen als der Rest des Bauteils und sich diese Reinigungsprozesse nicht oder nur mit  Aufwand in eine Fertigungs- beziehungsweise Montagelinie integrieren lassen. Favorisiert 
werden daher trockene Verfahren wie das umweltverträgliche quattroClean-Schneestrahlreinigungsverfahren der acp systems AG. Es kommt in vielen Industriebereichen zur ortsselektiven oder ganzflächigen Reinigung bei 
Bauteilen aus praktisch allen Werkstoffen zum Einsatz. Da die Reinigung materialschonend erfolgt, lassen sich auch sensible Substrate behandeln. Das Verfahren verwendet flüssiges Kohlendioxid als Reinigungsmedium, das als Nebenprodukt bei chemischen Prozessen und der Energiegewinnung aus Biogas entsteht und daher umweltneutral ist. Es wird durch die verschleißfreie Zweistoff-Ringdüse geleitet und entspannt beim Austritt zu 
feinem CO2-Schnee. Dieser Kernstrahl wird in einem separaten, ringförmigen Druckluft-Mantelstrahl gebündelt und auf Überschallgeschwindigkeit beschleunigt. Beim Auftreffen des gut fokussierbaren Schnee-Druckluftstrahls auf die zu reinigende Oberfläche kommt es zu einer Kombination aus thermischem, mechanischem, Sublimations- und Lösemitteleffekt. Das Zusammenspiel dieser vier Wirkmechanismen entfernt 
partikuläre (z.B. Staub, Späne, Abrieb, Mikrograte) und filmische (z.B. Trennmittel, Ziehöle, Emulsionen, Silikone, Schmauchspuren) Verunreinigungen reproduzierbar. Abgelöste Verunreinigungen werden durch die 
aerodynamische Kraft der Druckluft weggeströmt und durch eine integrierte Absaugung entfernt. 
Die vor über 20 Jahren entwickelte quattroClean-Technologie zählt zu den effizientesten, effektivsten und vielseitig einsetzbarsten trockenen Verfahren. Im Vergleich zu anderen Trockenreinigungsverfahren, wie z.B. Atmosphärendruckplasma- und Laserreinigung, ermöglicht sie durch verschiedene verfahrensbedingte Eigenschaften eine höhere Prozesssicherheit im Serieneinsatz. Dazu zählen der robuste Prozess und das große Arbeitsfenster. Positiv wirkt sich darüber hinaus aus, dass während der Reinigung keine Erwärmung der zu behandelnden Bauteilbereiche stattfindet.Die Skalierbarkeit des Industrie 4.0-kompatiblen quattroClean-Systems ermöglicht es, es einfach und platzsparend an unterschiedliche Anwendungen und Bauteilgeometrien anzupassen. Alle Prozessparameter wie Volumenströme für Druckluft und Kohlendioxid, Anzahl der Düsen, Strahlbereich und -zeit werden durch Versuche im acp-Technikum an das jeweilige Bauteil, die Applikation, die Materialeigenschaften sowie die zu entfernenden Verunreinigungen angepasst. Sie können als teilespezifische Programme in der Anlagensteuerung hinterlegt werden. Auf Standardmodulen basierend, erarbeitet acp maßgeschneiderte Anlagenkonzepte – sowohl als Stand-alone-Lösungen als auch für die Integration in Fertigungslinien und verkettete Produktionsumgebungen. 
Für die Vorbehandlung (Entfernung von Trennmittelrückständen und Aktivierung der Oberflächen) zwei zu fügender Bauteile – gefertigt aus faserverstärktem Polyamid (PA) und unverstärktem PA – hat sich das quattroClean-Verfahren – nach Herstellerangaben – gegenüber der Atmosphärendruck-Plasmareinigung durchgesetzt. Gründe waren, dass bei den mit Plasma gereinigten Bauteilen die Anforderungen der nach dem Verkleben erfolgten zerstörenden Haftfestigkeitsprüfung nicht erfüllt wurden. Außerdem erforderten die engen Prozessfenster der Plasmareinigung, dass Parameter wie Einwirkzeit, Abstand und Auftreffwinkel des Plasmas sehr genau eingehalten werden müssen, um eine Wirkung auf der Oberfläche zu erzielen und eine Überaktivierung des Kunststoffs zu vermeiden. Für diese Anwendung erarbeitete acp gemeinsam mit dem Unternehmen einen mehrstufigen Prozess, in dem die Bauteile automatisiert gereinigt, aktiviert und verklebt werden.

Bei einem asiatischen OEM ging es um die Entfernung minimaler Rückstände des beispielsweise beim Umformen von Karosserieteilen aus Aluminium verwendeten Ziehöls vor dem Verkleben. Das Unternehmen führte dazu vergleichende Versuche mit der Plasma-, Laser- und quattroClean-Reinigung durch. Während sich das Plasmaverfahren hier als nicht zielführend erwies, konnte mit der Laserreinigung das Ziehöl zwar entfernt werden. Allerdings kam es durch die Erwärmung des Bauteils während der Reinigung zu unerwünschten Nebeneffekten, die – ebenso wie die vergleichsweise geringe Prozessgeschwindigkeit – Ausschlusskriterien waren. Neben den erzielten Sauberkeitswerten, der hohen Prozessgeschwindigkeit und -sicherheit konnte das quattroClean-Verfahren durch seine „Unempfindlichkeit“ und Wirtschaftlichkeit überzeugen. Entsprechend den Berechnungen des OEM ermöglicht es im Vergleich zu einem nasschemischen Prozess Investitionseinsparungen um den Faktor vier, die laufenden Betriebskosten verringern sich um > 50%.

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