27.04.2017
ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH, Speedflon.

Mit Speedflon zeigte die ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH auf der Hannover Messe einen Radialwellendichtring, der die notwendigen Eigenschaften in Bezug auf den Einsatz bei sehr hohen Drehzahlen – niedrige Reibung, geringer Verschleiß,  thermische und chemische Beständigkeit sowie eine einfache Montage - in sich vereint.

Die radiale Anpressung der Dichtlippe auf die Welle stand im Fokus bei der Entwicklung dieser Bauart. Sie ist entscheidend für eine gute Dichtfunktion. Einerseits muss die Anpressung hoch genug sein, damit die Abdichtung zwischen den eingesetzten Medien gewährleistet ist, andererseits darf die radiale Anpressung nicht zu hoch sein, da  insbesondere bei hohen Drehzahlen ≥ 150.000 1/min, Reibleistungen entstehen, die bei Abdichtung mit Öl zu Ölkohlebildung im Dichtspalt und damit zu schnellem Verschleiß der Dichtlippe führen können. Die Druckentlastung wird durch eine metallische Feder gewährleistet. Eine zweite metallische Feder auf der Oberseite der Dichtlippe sorgt bei hochdynamischen Anwendungen für ein schnelles Rückstellverhalten der Dichtlippe. Das Funktionsprinzip der Druckentlastung wurde mithilfe von FEM-Simulationen entwickelt und an verschiedensten Prüfständen verifiziert. In besonderen Anwendungen, z.B. Turboladern, kann es zu einer Druckbeaufschlagung vom Dichtrücken kommen. Bei einem herkömmlichen Radialwellendichtring würde diese Druckbeaufschlagung sofort zu einem Abheben der Dichtlippe und somit zu einer Leckage führen. Um dies zu verhindern, wird der Druck gesplittet und über die Druckbohrungen in das Innere der Dichtung eingeleitet und somit dem Abheben der Dichtlippe entgegengewirkt. Die Überprüfung der Druckentlastungsfunktion zeigt deutliche Vorteile hinsichtlich Reibungs- und Verschleiß­verhalten der Speedflon Dichtung gegenüber herkömmlichen Radialwellendichtringen.

ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH, Speedflon.
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