11.07.2016

Trialogisch - Wie weit geht geplante Obsoleszenz

Im Frühjahr gab das Umweltbundesamt eine Studie zur Obsoleszenz heraus, in der auch die von Herstellern geplante Obsoleszenz ein Thema war. Ein Blick in verschiedene Foren von Einkaufsportalen genügt heute, um festzustellen, dass nicht wenige Kunden – allerdings produktabhängig – die geplante Obsoleszenz – also die absichtliche Verkürzung der Produktlebensdauer durch eine gezielte Designmanipulation – für eine Herstellerstrategie halten. Die Studie konnte das nicht bestätigen. Das ist eigentlich auch nicht verwunderlich, denn Obsoleszenz – geplant oder ungeplant – ist produktspezifisch durch verschiedene Variablen gekennzeichnet. So nutzen und verbrauchen unterschiedliche Menschen Produkte auch unterschiedlich.

Zudem hat sich die Nutzung von Produkten über die letzten Jahrzehnte verändert und es gibt Produkte, die gar nicht mehr verbraucht werden. Voll funktionsfähig ersetzen wir Verbraucher sie durch innovativere oder einfach nur neuere Versionen. Handys und ihre Entwicklung zum Smartphone sind ein gutes Beispiel. Fangen wir beim letzten Aspekt an. Die Hersteller drehen am „Innovationsrad“ und die Kunden laufen mit. Ob das bei den immer kleineren Entwicklungsschritten notwendig wäre, entscheidet jeder Kunde für sich. Für die Mehrzahl ist es aber anscheinend wichtiger, immer ein neues Handy zu haben. Bei der Elektrozahnbürste ist man im Gegensatz dazu eher erzürnt,wenn sie nach zwei Jahren – ganz knapp nach Ende der Garantiezeit – den „Geist“ aufgibt und unterstellt auch mal ganz schnell in Foren Vorsatz. Handys gibt es immer weniger und Smartphones nehmen ihren Platz ein. Damit sind Mobiltelefone durch kleine Computer ersetzt, die natürlich auch ganz anders genutzt werden. Lange Zeit konnte man mit Handys überwiegend nur telefonieren und hat sie auch länger genutzt.Kommen wir zur Nutzung: Viele Handys müssen viele Stürze unbeschadet über stehen und fallen auch gerne mal ins Wasser.Danach sollen diese Kleincomputer natürlich reibungslos funktionieren. Das definiert heute auch die Anforderungen für den Bereich DICHTEN KLEBEN POLYMER.

Anforderungen, die immer weiter steigen,getrieben durch uns Kunden. Vor diesem Hintergrund fällt es schwer, an geplante Obsoleszenz zu glauben. Der Kunde ist König und er bestimmt die Nutzungsdauer seiner Geräte. Die Hersteller stellen sich darauf ein. Ein Smartphone, das im Schnitt vielleicht zwei Jahre benutzt wird, muss also keine zehn Jahre halten. Viele Funktionen müssen auch nicht repariert werden können,da die meisten Kunden gar nicht in die Situation kommen. Dass mangelnde Reparaturfähigkeit zugunsten eines Geräteaustausches kritisiert wird, ist sicher richtig,aber ein anderes Thema. Das Smartphone muss zwei Jahre funktionieren und zwar so, wie die Kunden sich das vorstellen. Die Hersteller müssen diesen Anforderungen – um erfolgreich zu sein – Rechnung tragen.Und die vielen Foren sind der Rückkanal,der zeigt, ob der Kunde zufrieden ist oder nicht. In diesem Zusammenhang Obsoleszenz zu planen, ist ein schwieriges und auch ein nicht ungefährliches Unterfangen für Hersteller – zumal die sachgerechte Nutzung immer eine Variable ist. Ich kenne genügend Menschen, deren Smartphones werden niemals zwei Jahre alt. Letztendlich mündet auch dieses Thema wieder in die Frage, wie weit wir Verbraucher unsere Anforderungen treiben und wie wir Nutzung und Verbrauch unserer Produkte definieren.Die Hersteller setzen hier – allein über den bezahlbaren technischen oder absoluten Aufwand – Grenzen, aber immer mit Blick auf die Kundenzufriedenheit. Im Bereich DICHTEN KLEBEN POLYMER ist dieser Zielkonflikt Standard. Manchmal enstehen dabei auch Lösungen, die einen die Stirn runzeln lassen. Das so in Kauf genommene Dichtungsversagen als geplante Obsoleszenz zu bezeichnen, soweit würde dann aber doch – angesichts der z.T. gravierenden Folgen, etwa in der Prozessindustrie – keiner gehen, oder?

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