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Fachmagazin DICHT!

DICHT! Ausgabe 2.2016

Jahresabonnement Fachmagazin DICHT! im Inland (4 Ausgaben):

Preis:
ab € 43,30
ISSN:
1863-4699

Fachartikel:

Werkstoffe:

Analysiert ein Anlagenbetreiber die Kosten, die ihm jährlich durch Korrosion und den damit verbundenen Ausfallzeiten, Reparaturen und Ersatzbeschaffungen entstehen, so stellt er häufig fest, dass hierdurch Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit seines gesamten Prozesses schnell infrage gestellt werden können. Nach einer Studie der World Corrosion Organisation (WCO) belaufen sich die durch Korrosion verursachten Kosten auf ca. 3 bis 4% des Bruttoinlandsproduktes eines Industrielandes. Neben dem monetären Aspekt darf man unter keinen Umständen die sicherheits- und umwelttechnischen Aspekte außer Acht lassen. Durch Einsatz von PTFE-, modifiziertem PTFE- oder hochgefüllten PTFE-Compound-Systemlösungen können, z.B. für die Prozesschemie, Konstruktionsbauteile ausgelegt und hergestellt werden, die – angefangen von besseren Reaktionsbedingungen bis hin zur Kostenreduzierung – für eine nachgeschaltete Produktaufbereitung viele Vorteile bieten. [...]

Dejan Gauland (ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH)

Die Zeit, in denen TPE ausschließlich für Design zuständig waren, ist längst vorbei – thermoplastische Elastomere übernehmen mittlerweile Funktionsaufgaben und werden in Fahrzeugen bis hin zum motornahen Bereich eingesetzt.

Um die Anforderungen der OEMs und der Automobilzulieferer erfüllen zu können, werden die Polystyrolendblöcke der THERMOLAST® V-Materialien chemisch miteinander vernetzt. Die Mittelblöcke der Compounds bleiben unvernetzt und verleihen somit den Materialien ihre Elastizität. Eingeordnet werden diese TPE-Compounds deshalb in die Gruppe der TPV-(SEBS + PP). Die möglichen Einsatztemperaturen erhöhen sich aufgrund chemischer Vernetzung – je nach Bauteilgeometrie – auf bis zu 130 °C. Die Materialien sind in dieser Hinsicht vergleichbar mit TPV-(EPDM + PP). [...]

Dipl.-Ing. (FH) Josef Neuer (KRAIBURG TPE GmbH & Co. KG)
Statische Dichtungen / Formteile:

Es gibt im Bereich Dichten. Kleben. Polymer. technische Lösungen, die auf den ersten Blick, die Lösung für ein Problem zu sein scheinen. Auf den zweiten Blick genauer betrachtet, werden dann systembedingte Grenzen deutlich – und Probleme in der Praxis sind eigentlich vorprogrammiert. So lohnt es sich z.B. Gummidichtungen mit PTFE-Hülle oder PTFE-Mantel zur Abdichtung von Flanschen, genauer zu betrachten.

Mehr zu Gummidichtungen mit PTFE-Mantel

Peter Thomsen (Lannewehr + Thomsen GmbH & Co. KG)

In einer großtechnischen Anlage haben Anlagenverfügbarkeit und Anlageneffizienz aber vor allem die Anlagensicherheit höchste Priorität. Zudem erfordern Umweltgesetze und Forderungen nach weiterer drastischer Emissionsreduzierung ein Umdenken in der Planung, Erstellung und Instandhaltung solcher Anlagen und das Beschreiten neuer Wege in Bezug auf alle anlagenrelevanten Teile. Beispiele zeigen bereits heute, dass ein solcher Strategieansatz nicht mit höheren Kosten gleichzusetzen ist, sondern durchaus Kosteneinsparpotenziale birgt, die mittelfristig zu erheblichen Einsparungen und einer Erhöhung der Sicherheit führen werden. [...]

Friedrich Güldenberg (revoseal Europe GmbH)

Eine besondere Herausforderung bei der Schraubenmontage und damit für die Dichtigkeit von Flanschverbindungen ist die Kontrolle der erzeugten Vorspannkräfte in industriell verwendeten Schrauben. Um diese verlässlich zu ermitteln, muss man messen – das geschieht mit Messschrauben mit integriertem Messstift, kalibrierten Schrauben mit mechanischer Messung mit Bügelmessschrauben/Micrometer oder mit sehr teuren Messdosen. Ein einfaches, kostengünstiges, robustes und sicheres Verfahren sind ®boltvalid-Messunterlegscheiben. Dies machte auch ein Praxistest deutlich.

Betrachtet man die Ursachen für Anlagenausfälle in der Prozessindustrie, stellt man fest, dass versagende Dichtverbindungen die häufigste Ursache sind. Und dafür ist häufig ungenügend oder falsch aufgebrachte Schraubenkraft die Ursache. [...]

Mathias Möller (Möller Metalldichtungen GmbH)

Die Mikrotechnologie schreitet weiter voran und kann in den letzten Jahren ein überproportionales Wachstum verzeichnen. Die Voraussetzungen für die Herstellung von extrem kleinen Mikrobauteilen mit höchster Präzision wurden sowohl durch die  Maschinen- und Anlagentechnologie, die Werkzeugtechnologie zur Herstellung hochpräziser Formen, die Qualitätstechnik und Prüftechnologie als auch durch die Entwicklung von hochwertigen Polymerwerkstoffen geschaffen. „Was fehlt, sind allerdings Normen, an denen  sich Konstrukteure und Entwickler bei ihrer Arbeit orientieren können“, schränkt Jochen Kugler, Geschäftsführer der Hoffmann GmbH, im Gespräch mit DICHT! ein.

„Normen werden ja gerne kritisch gesehen, aber man darf auch nicht unterschätzen, dass sie den Abstimmungsaufwand zwischen Kunde und Hersteller deutlich verringern.“ – Jochen Kugler [...]

Jochen Kugler (HOFFMANN GmbH)
Dynamische Dichtungen:

Der Dichtungstechnik stehen – langfristig gesehen – schwierige Zeiten bevor, das machte unser Gespräch mit Professor Dr.-Ing. habil. Werner Haas und Dr. Frank Bauer deutlich. Auf der 19. ISC wird man allerdings davon wenig merken. Dort wird es wieder Impulse, Informationen und Gedankenaustausch zu vielen Fragestellungen geben. Doch um Dichtigkeit geht es dabei immer weniger.

„Dichtigkeit – auch unter schwierigeren Bedingungen – wird einfach vorausgesetzt, der zentrale Trend ist Reibungsreduktion.“ – Professor Dr.-Ing. habil. Werner Haas

Wenn für die Dichtungsforschung die Weichen nicht richtig gestellt werden, droht uns das gleiche Szenario wie der Elektrochemie – mit den heute erlebbaren Folgen, z.B. für die Elektromobilität.“ – Dr. Frank Bauer [...]

Professor Dr.-Ing. habil. Werner Haas (Institut für Maschinenelemente der Universität Stuttgart), Dr. Frank Bauer (Institut für Maschinenelemente der Universität Stuttgart)
Flüssigdichtungen / Verguss:

LEDs gelten heute als wirtschaftlichste und zukunftsorientierteste Beleuchtungstechnik am Markt. Mit zunehmender Ausbreitung der Technik steigen parallel die Anforderungen an Ausfallsicherheit, Materialbeständigkeit und Qualität der Herstellungsprozesse von LEDs – und die an den Verguss.

Der Erfolg der LED ist durch verschiedene Eigenschaften begründet. Da ist zunächst der enorm geringe Energieverbrauch dieser Technologie. Darüber hinaus lassen sie sich auf viele Anwendungen hin angepasst intelligent steuern, decken einen weiten Einsatzbereich ab und haben eine lange Haltbarkeit. Letztere hängt auch von einem perfekten Bauteilverguss ab, denn die generelle Zielstellung von Vergussanwendungen ist hier, eine Abkapselung zwischen Funktionsbereich und Umgebung herzustellen. [...]

Willi Huber (ViscoTec Pumpen- u. Dosiertechnik GmbH)

Durch die zunehmende Miniaturisierung von elektronischen Komponenten für mobile Endgeräte oder Automotive-Anwendungen ist das Thema Wärmemanagement zu einem zentralen Faktor in der Produktionskette geworden. Wenngleich flüssige Wärmeleitmaterialien hier vielfältige Möglichkeiten bieten, scheuen immer noch viele Anwender vor der Verwendung dieser vermeintlich schwer beherrschbaren Medien zurück. Die Verarbeitung von Wärmeleitmaterialien ist jedoch kein Hexenwerk – wenn die richtige Dosiertechnik zum Einsatz kommt.

Mehr als eine Tonne schwer und so groß, wie ein ganzes Wohnzimmer: Der Z3 von Konrad Zuse, der erste programmgesteuerte Rechner der Welt, besaß zwar nur eine Speicherkapazität von 64 Worten, konnte aber in 3s multiplizieren, dividieren und Quadratwurzeln ziehen. Zum Vergleich: Heutzutage verfügt sogar ein handelsübliches Smartphone über mehr Rechenleistung als der Apollo Guidance Computer (AGC) – der Bordcomputer, der die Apollo-Raumsonde 1969 zum Mond steuerte. [...]

Marco Murgia (Scheugenpflug AG)
Klebetechnik:

Diese Technologie hat trotz ihrer rasanten Entwicklung immer noch ein beachtliches Potenzial in ganz unterschiedlichen Bereichen. Im Fokus steht derzeit die prozesssichere Beherrschung dieser Technologie – ganz gleich, wie die Vielzahl von Klebstoffen  aufgebracht wird. Der Wunsch nach wiederlösbaren Klebverbindungen wird zwar immer wieder geäußert, marktreife Lösungen scheinen aber nicht in Sicht.

Die derzeit beobachtete Zunahme an Anfragen zur klebtechnischen Beratung bezieht sich nicht nur auf neue Projekte bei ´Klebneulingen´, sondern auch auf den Wunsch ´alter Hasen´ nach einer zweiten Meinung, um ´Betriebsblindheit´ zu vermeiden.“ – Dr. Hartwig Lohse, Inhaber, KLEBTECHNIK Dr. Hartwig Lohse e.K.

„Optimale Systemlösungen bedeuten auch, dass das Schulen und Begleiten der Anwender während der Produkt- und Prozessentwicklung an erster Stelle steht. Somit können Anwenderfehler im Vorfeld vermieden werden.“ – Nadine Bläsing, Marketing Manager Europe, DYMAX Europe GmbH

„Beim Kleben liegt unser Fokus bei allen Applikationen auf schnellen Prozessen mit konstant guter Qualität“ – Matthias Weiss, Marktfeldmanager Industrie, Sika Deutschland GmbH

„Debonding ist ein Thema mit interessanten Lösungsansätzen – die Marktreife wird allerdings noch dauern.“ – Dr. Joachim Kalka, Leiter Entwicklung und Dr. Arno Maurer, Entwicklung, Polytec PT GmbH

Die DIN 2304 fordert von Anwendern ein umfassendes Qualitätsmanagement-Konzept. Das ist komplex, aber auch notwendig, um Klebtechnik sicher zu beherrschen.“ – Dipl.-Ing. (FH) Andrea Paul, wissenschaftliche Mitarbeiterin für klebtechnische Fertigung, Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM [...]

Paul, Andrea Dipl.-Ing. (FH) , Dr. Hartwig Lohse (KLEBTECHNIK Dr. Hartwig Lohse e.K.), Nadine Bläsing (DYMAX Europe GmbH), Matthias Weiss (Sika Deutschland GmbH), Dr. Joachim Kalka (Polytec PT GmbH), Arno Maurer (Polytec PT GmbH), Polytec PT GmbH (Fraunhofer- Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM)

Die Steuerung von Industrieanlagen erfolgt zunehmend per Touchscreen. Um den Displays eine höhere Qualität zu verleihen, setzt Hoffmann + Krippner (H+K) auf Optical Bonding. Mit optisch klaren Klebstoffen erreicht man nicht nur eine gute Ablesbarkeit  bei heller Beleuchtung, sondern auch eine flexible Fertigung – ein Projektbericht.

War das erste iPhone noch eine kleine Revolution für die Unterhaltungselektronik, regierten in der Industrie zunächst weiter die Tastaturen. Inzwischen haben  berührungsempfindliche Displays – dank ihrer Funktionalität und Flexibilität – ebenfalls in der Automatisierungstechnik, der Medizintechnik oder bei Automatensystemen und Informationsterminals eine große Verbreitung gefunden. [...]

Alexander Wörner (DELO), Thomas Krekeler (Hoffmann + Krippner GmbH)
Be- und Verarbeitung:

Die Möglichkeiten des 3D-Drucks beflügeln in vielen Bereichen den Geist. Dabei lohnt es sich, weit über den Tellerrand der Dichtungstechnik zu blicken, denn diese Technologie eröffnet Potenziale über die gesamte Wertschöpfungskette und auch Erkenntnisse jenseits von Dichtungen und Formteilen liefern derzeit spannende Impulse.

„Durch den 3D-Druck wird der Entwicklungsprozess mechanischer Bauteile dem von Software immer ähnlicher.“ – Bernhard Langefeld, Partner, Roland Berger

„Das FDD-Verfahren ist im Vergleich zu vielen klassischen 3D-Druckverfahren interessant, da die Werkstoffe für die Verarbeitung nicht erst aufgeschmolzen werden müssen.“ – Dipl.-Ing. (FH) Florian Pelzl, Business Development Manager 3D, ViscoTec Pumpen- u. Dosiertechnik GmbH

„Mit den gedruckten Formeinsätzen lassen sich auch Dichtungen aus thermoplastischen Materialien, z.B. TPU, in Kleinserien herstellen – ein in der Praxis äußerst interessanter Anwendungsbereich.“ – Michael Kleinebrahm, Leiter Anwendungstechnik, Dr. Boy GmbH & Co. KG

„Die wirklichen Potenziale der 3D-Technologie in den Köpfen unserer cleveren Ingenieure müssen erst mal freigesetzt werden. Denn es geht nicht darum, bestehende Dichtungs- und Formteillösungen einfach nur anders zu fertigen.“ – Steffen Kuhn, Business Development, Additive Manufacturing Solutions, Materialise GmbH

„Mit FFF-3D-Druckern lassen sich heute auch sehr große Teile weitgehend verzugsfrei drucken.“ – Dipl.-Prod.-Des. (FH) Jochen Keuschnig, Produktentwickler, Systec GmbH [...]

Bernhard Langefeld (Roland Berger), Dipl.-Ing. (FH) Florian Pelzl (ViscoTec Pumpen- u. Dosiertechnik GmbH), Michael Kleinebrahm (Dr. Boy GmbH & Co. KG), Steffen Kuhn (Materialise GmbH), Dipl.-Prod.-Des. (FH) Jochen Keuschnig (Systec GmbH)

Prozesssicherheit und manuelles Kleben sind zwei Themen, die wenig miteinander zu tun haben – so eine weit verbreitete Meinung. Dass dies ein großes Missverständnis ist, machte Joachim Rapp, Geschäftsführer von Innotech Marketing und Konfektion Rot GmbH, im Gespräch mit DICHT! deutlich.

„Geschultes Personal ist das A und O und mit der DIN 2304 gewinnt dieser Aspekt nochmal an Bedeutung.“ – Joachim Rapp, Geschäftsführer

Joachim Rapp (Innotech Marketing und Konfektion Rot GmbH)
Mess- und Prüftechnik:

Die Sicherheit eines Produktes ist gleichzeitig sein wichtigstes Qualitätsmerkmal. Dichtungen – leider immer noch zu oft als C-Teil angesehen – haben aber einen erheblichen Anteil an der geforderten Qualität. Um die zum Teil erheblichen Folgen eines Dichtungsversagens zu vermeiden, kommen heute verschiedene Methoden zum Einsatz.

Die Sicherheit des Herstellungsprozesses und die anschließende Funktionssicherheit spielen heutzutage die Hauptrollen bei der Beschreibung der Qualität eines Produktes. Fehlerhafte Bauteile und Baugruppen sowie sonstige Mängel führen meist zu hohen Folgekosten und erfordern zudem einen beachtlichen Zeitaufwand sowohl beim Lieferanten als auch beim Kunden .[...]

Thomas Braun (Parker Engineered Materials Group, Prädifa Technology Division)

Um die Funktion einer Dichtung sicherzustellen, werden diese und die jeweiligen Dichtungswerkstoffe verschiedenen Mess- und Prüfverfahren unterzogen. Doch was leisten die einzelnen Verfahren, wo sind die Grenzen? Diese Serie gibt Konstrukteuren, Einkäufern und Qualitätsmanagern einen Überblick über die üblichen Verfahren und Praxistipps zur Einordnung der Ergebnisse.

In Teil 1 zum Zugversuch (DICHT! 1.2016) ging es um das Prüfverfahren und die Normung. In diesem Teil steht die Deutung der Prüfergebnisse für die Praxis im Vordergrund. Mithilfe des Zugversuches lassen sich u.a. Aussagen über den optimalen Vernetzungsgrad eines Werkstoffes treffen. Auf der anderen Seite ist es aber auch wichtig zu wissen, welche äußeren Einflussfaktoren Prüfergebnisse aus dem Zugversuch signifikant verändern bzw. sogar verfälschen können. [...]

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>> Teil 9

Dipl.-Ing. (FH) Ulrich Blobner (O-Ring Prüflabor Richter GmbH), Dipl.-Ing. Bernhard Richter (O-Ring Prüflabor Richter GmbH)
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