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Effektiv manuell dosieren

(Bild: Innotech Marketing und Konfektion Rot GmbH)

15.06.2022 Effektiv manuell dosieren

Teil 4: Akku-Kartuschenpressen – für den nachhaltigen Dauereinsatz

von Joachim Rapp (Innotech Marketing und Konfektion Rot GmbH )

Prozesssicheres Dosieren und manuelle Dosiertechnik sind für viele Praktiker:innen ein Widerspruch. Diese neue Serie zeigt die Möglichkeiten und Grenzen der manuellen Dosiertechnik, aber auch, dass dieser Widerspruch in der Praxis überschätzt wird. Sie soll deshalb dabei helfen, aus einem riesigen Angebot die richtige technische Lösung auszuwählen.

Die Technik: Akku-Kartuschenpressen unterscheiden sich nicht nur in der Druckkraft, sondern auch in ihren Konstruktionsarten. Grundsätzlich wird in drei Konstruktionsarten unterschieden:

  • Zahnstangenmodell (Bild 1) – Dieses ist nicht zu empfehlen, wenn hochviskose Materialien ausgetragen werden sollen. Denn bei der Applikation überträgt immer nur ein Zahn der Zahnstange die Kräfte. Deshalb müssen Zahnstangen entsprechend stabil ausgelegt sein. Außerdem entsteht unter Last ein Biegemoment auf die Zahnstange und das Getriebe.
  • Kugelgewindeantrieb (Bild 2) – Bei diesem Schraubgetriebe wird die Stange nicht mit einem Zahnrad angetrieben, sondern Kugeln übertragen die Kraft zwischen der Gewindespindel und dem Motorgehäuse. Der Vorteil hierbei ist die geringere Reibung durch eine rollende Bewegung. Das erlaubt eine kleinere Bauart und damit auch ein leichteres Übertragen höherer Kräfte als bei der Zahnstangenvariante.
  • Kettenschubstange – Eine Besonderheit weist die B600-Serie von MK™ auf. Durch eine Kettenschubstange (Bild 3), die aus einzelnen Elementen besteht, kann man diese kompakten Akku-Kartuschenpressen in schwer zugänglichen Bereichen verwenden. Beim Rücklaufen der Schubstange entzahnen sich die einzelnen Elemente und machen diese flexibel. Dies erlaubt eine deutlich kompaktere Bauweise als bei anderen Akku-Kartuschenpressen, da sich die Schubstange im Griff windet.

Akku-Kartuschenpressen werden vor allem im Handwerk, aber auch in der Industrie für den professionellen Gebrauch eingesetzt. Es gibt sie für 1K-Kartuschen in einer Gebindegröße von 80 ml bis 6.800 ml und für 2K-Kartuschen in einer Gebindegröße von 50 ml bis 1.500 ml.

Praxistipps: Bei der Verarbeitung von Kleb- und Dichtstoffen überzeugen Akku-Kartuschenpressen durch Schnelligkeit, Präzision und ein ortsunabhängiges und ermüdungsarmes Arbeiten. Einige Modelle verfügen über eine variable Auspressgeschwindigkeit, die mithilfe des Fingerabzuges während der Verarbeitung reguliert werden kann. Akku-Kartuschenpressen verfügen über eine höhere Druckkraft als manuelle und pneumatische Kartuschenpressen und sind daher bestens für hochviskose Materialien geeignet. Für reproduzierbare und genaue Applikationsergebnisse sind Modelle mit eingebautem elektrischen Dosiersystem am Markt verfügbar.

Ein Nachteil der Akku-Kartuschenpressen ist die langsamere Druckentlastung, sodass es in einigen Fällen zu einem Nachlaufen des Materials kommen kann. Außerdem ist die Auspressgeschwindigkeit der Akku-Kartuschenpressen begrenzt, daher empfiehlt sich für sehr niedrigviskose Klebstoffe die Nutzung einer Druckluft-Kartuschenpresse.

Vergleicht man sie mit manuellen und druckluftbetriebenen Geräten, sind sie speziell im Dauereinsatz mit hochviskosen 1K-Klebstoffen oder generell mit 2K-Klebstoffen meist die erste Wahl. Im Gegensatz zur manuellen Verarbeitung ist das Arbeiten mit akkubetriebenen Geräten ergonomischer und effizienter. Zudem gerät das Auspressen mit Akku-Kartuschenpressen gleichmäßiger als per Hand. Gegenüber einer Druckluft-Kartuschenpresse sind das ortsunabhängige Arbeiten und die bessere Eignung für hochviskose Materialien zentrale Vorteile. Das Arbeiten ohne Druckluft und Luftschlauch sorgt zudem für mehr Arbeitssicherheit.

Tipps für die Beschaffung: Akku-Kartuschenpressen sind in der Anschaffung meist teurer als Druckluft-Kartuschenpressen und immer teurer als manuelle Kartuschenpressen. Dafür bieten sie eine fast unbegrenzte Haltbarkeit, da alle qualitativ hochwertigen Geräte reparierbar sind. Das gilt für Motor, Getriebe, Platine und Behälter. Ob sich eine Reparatur der Akku-Kartuschenpresse lohnt, ist jedoch von Modell zu Modell unterschiedlich und kann nach einer Begutachtung beurteilt werden. Eine Orientierung bietet hier die Sternebewertung im „Almanach – Rund um Kleben & Dichten“. Die Akkus und die Ladegeräte können nachbestellt werden. Generell empfiehlt sich die Anschaffung von mindestens zwei Akkus, um ein nahtloses Weiterarbeiten zu ermöglichen.

Bild 1: Die Kraftübertragung über einen Zahn  ist ein konstruktiver Nachteil der Zahnstangenmodelle  (Bild: Innotech Marketing und Konfektion Rot GmbH) Bild 2: Bei Kugelgewindeantriebsmodellen ergibt sich eine kleinere Bauart und damit auch ein leichteres Übertragen höherer Kräfte als bei der Zahnstangenvariante  (Bild: Innotech Marketing und Konfektion Rot GmbH) Bild 3: Die Kettenschubstange erlaubt eine deutlich kompaktere Bauweise als andere Akku-Kartuschenpressen, da sich die Schub­stange im Griff windet  (Bild: Innotech Marketing und Konfektion Rot GmbH)
Joachim Rapp, Geschäftsführer, Innotech Marketing und Konfektion Rot GmbH
„Ermüdungsfreier Dauer­einsatz und hohe Dosierqualität, in Kombination mit umfassender Reparatur­fähigkeit, machen diese Systeme für viele Einsätze sehr wirtschaftlich.“ Joachim Rapp, Geschäftsführer, Innotech Marketing und Konfektion Rot GmbH