02.05.2017

Genauer betrachtet: Umweltschutzaspekt bei PTFE

Es gibt im Bereich DICHTEN KLEBEN POLYMER technische Mittel und Wege, die auf den ersten Blick die Lösung für ein Problem zu bieten scheinen. Auf den zweiten Blick und genauer betrachtet, werden dann systembedingte Grenzen deutlich – und Probleme in der Praxis sind dann eigentlich vorprogrammiert.Diesmal steht kein technischer, sondern ein Umweltschutzaspekt beim PTFE im Vordergrund.

PTFE (Polytetrafluorethylen) ist eine organische Verbindung aus der Gruppe der perfluorierten Kohlenwasserstoffe (PFC). Dichtungen aus PTFE haben sich aufgrund der besonderen Medienbeständigkeit in vielen Anlagen bewährt. Sie werden besonders in der Lebensmittel- und pharmazeutischen Industrie eingesetzt. Neben der besonderen Beachtung der starken Fließeigenschaften bei der Anwendung erfordert die Entsorgung von PTFE einige grundsätzliche Betrachtungen. Dies gilt auch für expandiertes PTFE (ePTFE). Die Entsorgung, i.d.R. durch thermische Zersetzung, energetische Verwertung (Müllverbrennung), setzt Flusssäure (HF), eine Reihe PFCs (z.B. TFE) oder Trifluoressigsäure (TFA) frei. Viele dieser Stoffe sind als gesundheitsgefährdend eingestuft, werden nur schwer abgebaut und reichern sich in der Umwelt an. Die freiwerdende Flusssäure kann auch Anlagen des Entsorgungsunternehmens beschädigen. Es handelt sich also nicht um einen leicht im Hausmüll zu entsorgenden Werkstoff. Das Recyceln vonPTFE ist bisher nur unter hohem Energieaufwand in kleinen Mengen möglich. Aktuell wird – laut Wikipedia – die erste Anlage zur Verarbeitung von 500 t/a gebaut.

Doch es gilt, noch einen anderen Aspekt zu berücksichtigen. Denn es sind die grundsätzlichen Anforderungen der EU-Abfallrahmenrichtlinie(Richtlinie 2008/98/EG),die Regelungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) (§ 23 Produktverantwortung)und Richtlinie 91/155/EWG (Sicherheitsdatenblatt)einzuhalten. Ein Hersteller muss auf seinem Datenblatt entsprechende Hinweise für die Entsorgung geben. Falls die Regelungen dieser Vorschriften nicht oder nur zum Teil eingehalten werden, liegt ein Sachmangel bzw. Fehler vor (BGB, ProdHaftG usw.), der zu Schadensersatzleistungen führen kann.

Das bedeutet eigentlich auch, dass derjenige, der z.B. gebrauchte Dichtungen aus PTFE oder ePTFE entsorgt, mit dem regionalen Entsorgungsunternehmen klären muss, ob und wie dieser PTFE annimmt. Ist dies nicht der Fall, können Hersteller und Vertreiber zu erweiterter Herstellerverantwortung herangezogen und zur Rücknahme und Entsorgung verpflichtet werden (siehe Richtlinie 2008/98/EG, Kapitel 2, Artikel 8). Grundsätzlich sollte gemäß der Richtlinie 2008/98/EG aus umwelttechnischen Betrachtungen die Verwendung schwer zu entsorgender und schlecht recycelbarer Werkstoffe minimiert, besser – wo immer möglich – ganz vermieden werden. Wie man den PFTE-Einsatz im Dichtungsbereich minimieren kann, wird in der nächsten Ausgabe erläutert.

Grafik Benötigte PTFE-Menge für eine Dichtung DN50 PN10-40 (Bild: Lannewehr + Thomsen GmbH & Co. KG)

(Bildunterschrift: Benötigte PTFE-Menge für eine Dichtung DN50 PN10-40 (Bild: Lannewehr + Thomsen GmbH & Co. KG))

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20.01.2018 07:52

Genauer betrachtet: Umweltschutzaspekt bei PTFE (Dienstag, 02. Mai 2017)

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