Sie sind hier: Startseite / Media / DICHT! / DICHT! Ausgabe 3.2015

Fachmagazin DICHT!

Fachartikel:

Kommentar:

Die Aufgaben der Konstrukteure werden zunehmend anspruchsvoller und komplexer. Viele Endprodukte sollen weltweit einsetzbar sein und dabei sind die Rahmenbedingungen der Einsätze oft nicht ausreichend bekannt. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Konstrukteure und Entwickler bei der Definition der Anforderungen an die Teile über zu wenig Wissen und Erfahrung verfügen, um z.B. alle möglichen Einflüsse auf ein Teil sachgerecht beschreiben zu können. Da stellt sich dann schnell Frage, wie viel Komplexität wir beherrschen und falls nicht, wie wir mit den Risiken und Nebenwirkungen umgehen. Dabei kann die wachsende Komplexität verschiedene Gründe haben, die auch berechtigt sein können, aber auch erhebliche Nebenwirkungen haben können. Ein Beispiel ist sicher unsere „Energiewende“, bei der es sich nicht um mehr oder weniger handelt, als den kompletten Umbau unserer Energieversorgung, inkl. der Herausforderung die alten Strukturen zurückzubauen, bevor die neuen flächendeckend stehen. [...]

>> Vollständigen Kommentar in unserem BLOG lesen

Karl-Friedrich Berger (ISGATEC GmbH)
Werkstoffe:

Manche Dichtungslösungen sind ihrer Zeit voraus und werden erst durch neue Verordnungen interessant. Ein Beispiel ist ein ca. 20 Jahre altes Batterie-Entgasungsventil für wartungsfreie Blei-Säure-Batterien, das heute immer noch State of the Art für Batterien aktueller Fahrzeuge mit Start-Stopp-Systemen ist. Sich allmählich veränderndes Käuferverhalten, umweltpolitisch motivierte Gesetzgebungen, wie z.B. die seit 2012 wirksamen EU-Normen für den CO2-Ausstoß (130g/km) von Fahrzeugen, verändern so ganz sukzessive auch zuvor in Stein gemeißelte Gesetzmäßigkeiten. Zwar werden wartungsfreie, verschlossene Blei-Säure-Batterien mit fixiertem Elektrolyt H2SO4 als Blei-Gel-, Blei- Vlies- oder auch AGM- (Absorbent-Glass-Mat) Batterien bereits seit vielen Jahren angeboten. Diese Batterietypen kamen bisher in erster Linie als wartungsfreie Notstromlieferanten für viele Anwendungen, bei denen auch bei Netzstromausfällen sofort redundante Lösungen zur Verfügung stehen müssen, wie z.B. in Telekommunikationssystemen, Rechenzentren, Operationssälen, militärischen Einrichtungen usw. zum Einsatz. [...]

Gerd Schollenberger (MIS Marketing Innovation Schollenberger)

Ohne Frage liegt die Lösung für viele Dichtungsanforderungen quer durch alle Branchen in neuen Werkstoffen und Compounds. Dabei sind die Anforderungen in den einzelnen Branchen sehr unterschiedlich. Die Statements der Experten bieten vor diesem Hintergrund auch eher einen Überblick über Lösungsansätze und weniger eine unterschiedliche Positionierung von Unternehmen in einem eng gefassten Themenfeld.

„Neue Werkstoffe und Compounds eröffnen der Automobilindustrie neue Perspektiven bei der Reduzierung des Schadstoffausstoßes.“ Robert Veenendahl, Application and Product Development PTFE Compounds Europe und Michael Schlipf, Consultant, Dyneon GmbH

„Der Trend zur Individualisierung von Dichtwerkstoffen erfordert auch leistungsfähige Charakterisierungsmethoden, damit Materialien heute schnell auf die jeweilige Applikation abgestimmt werden können.“ Dr. Marc Langela, Leiter Forschung & Entwicklung, STASSKOL GmbH

„Selbsthaftende Flüssigsilicone erlauben Produktdesigns, die bisher nur mit erheblichem technischen Aufwand gefertigt werden konnten und zum Teil auch nur mit dieser Technologie realisierbar sind.“ Peter Summo, Vice President Engineering Silicones, Geschäftsbereich WACKER SILICONES, Wacker Chemie AG

„TPE empfehlen sich für immer mehr Dichtungsapplikationen – nicht nur im Zusammenhang mit der neuen Trinkwasserverordnung.“ Josef Neuer, Produktmanagement EMEA, KRAIBURG TPE GmbH & Co. KG

„Der Trend geht zu zertifizierten Mischungen – sowohl bei Dichtungen für Trinkwasser-, als auch Flammschutz-Applikationen.“ Dr. Andreas Spittel, Geschäftsführer, Compounds AG

„Bei der Werkstoffentwicklung werden die Grenzen kontinuierlich verschoben. Moderne Werkstoffe für Dichtungen erlauben mehr Systemleistung und/oder eine hohe Nachhaltigkeit – immer auf die jeweiligen Anforderungen zugeschnitten.“ Niels van der Aar, Leiter Technical Service and Application Development für Keltan EPDM, LANXESS Elastomers B.V.

„Stetig steigende Anforderungen an Dichtungen treiben die Weiterentwicklung von immer leistungsfähigeren Werkstoffen an.“ Dr. Ernst Osen, Global Material Technology, Dr. Boris Traber, Advanced Material Development, Freudenberg Sealing Technologies GmbH & Co. KG [...]

Robert Veenendahl, Michael Schlipf (Dyneon GmbH), Dr. Marc Langela (Stasskol GmbH), Peter Summo (Wacker Chemie AG), Josef Neuer (Kraiburg TPE GmbH & Co. KG), Dr. Andreas Spittel (Compounds AG), Niels van der Aar (Keltan EPDM Lanxess Elastomers B.V.), Dr. Ernst Osen, Dr. Boris Traber (Freudenberg Sealing Technologies GmbH & Co. KG)

Die industrielle Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln stellt hohe und genau definierte Anforderungen an die dort eingesetzten Anlagen und deren Komponenten. Olivenöl, Kakao, Nüsse, Milch, tiefgekühlter Fisch oder Fleisch erfordern neben unterschiedlichen Verfahren der Zerkleinerung, der Mischung, des Transports usw. auch jeweils spezifische Reinigungsverfahren. Dichtungen und Kunststoffbauteile, die hier eingesetzt werden, müssen mit verschiedensten chemischen Verbindungen und Temperaturen von -50 °C bis 150 °C verschleißarm und anwendungssicher funktionieren. Darüber hinaus sind gesetzlich geforderte Standards einzuhalten. Um all dies leisten zu können, werden nur drei Werkstoffgruppen benötigt. Thermoplastische Elastomere, Elastomere und Thermoplaste decken alle am Markt üblichen Anforderungen an Dichtungswerkstoffe in der Lebensmittelindustrie ab. Das ist das Ergebnis mehr als zwanzigjähriger Erfahrung und stetiger Weiterentwicklung auf diesem Gebiet. Für diese Werkstoffbasis liegen Tests der physikalischen Eigenschaften und der chemischen Widerstandsfähigkeit vor. [...]

Thomas Deigner (SKF Economos Deutschland GmbH)

Neuer thermoplastischer Werkstoff eröffnet mit universeller Einsetzbarkeit verschiedene Perspektiven – auch über die Dichtungstechnik hinaus.

Der neue Werkstoff nobrox® bietet eine hervorragende Verschleißfestigkeit, chemische Beständigkeit und schnelles Rückstellvermögen, hohe Betriebssicherheit, Montagefreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit. Das neue Material eignet sich für Dicht-, Führungs- und Anti-Extrusionselemente in hydraulischen Anwendungen, aber auch für viele andere dichtungstechnische Anwendungsbereiche. Mit seinem Potenzial als „Werkstoff-Allrounder“ ermöglicht er dank umfangreicher konstruktiver Freiheiten zum einen das Beschreiten völlig neuer Wege in der Dichtungstechnik, eignet sich aber darüber hinaus ebenso gut als Konstruktionswerkstoff für technische Bauteile in unterschiedlichsten Industrie- und Gebrauchsgütern. Nicht nur in dichtungs- und werkstofftechnischer Hinsicht ist der Werkstoff ein Fortschritt, sondern auch in puncto Umweltfreundlichkeit. Zur Produktion des Polyketons wird Kohlenmonoxid (CO) benötigt. Das hochgiftige und klimaschädliche industrielle Abfallgas wird bei der Herstellung von PK als wesentlicher Bestandteil der Polymerkette dauerhaft umgewandelt und folglich nicht in die Umwelt emittiert. Darüber hinaus schlägt die höhere Betriebssicherheit und Lebensdauer der Dichtungen und anderer technischer Bauteile, die sich aus der hohen Verschleißfestigkeit des Materials ergibt, als weiteres Plus in der Umweltbilanz des Werkstoffs zu Buche. [...]

Parker Hannifin GmbH
Statische Dichtungen:

Neue gesetzliche Regelungen wie die VDI 2290 stellen Anlagenbetreiber durch die große Anzahl von Flanschen vor besondere Herausforderungen. Die bestehenden Instandhaltungsprozesse werden den neuen Anforderungen jedoch häufig nicht gerecht. Die vorhandenen Informationen über die Flansche sind in Art und Umfang nicht ausreichend und stehen oft nicht elektronisch zur Verfügung. Für Betreiber stellt sich nun die Frage, wie der Betrieb konform zu den Regelungen sichergestellt und dennoch effizient durchgeführt werden kann. An der Nutzung von modernen IT-Lösungen wird dabei kein Weg vorbeiführen. In den ersten drei Teilen dieser Beitragsserie wurden die Grundlagen für die effiziente elektronische Verwaltung von einer großen Anzahl von Flanschen beschrieben. In diesem, letzten Teil stehen zwei Aspekte im Fokus, die zukünftig wesentliche Verbesserungen versprechen: die Integration von Planungs-, Konstruktions- und Berechnungsprogrammen mit Instandhaltungssystemen (durchgängiger Datenfluss) und die Kommissionierung von Materialien für die Montage. [...]

>> Teil 1

>> Teil 2

>> Teil 3

Christian Herold (die mobilanten GmbH)

Betrachtet man die Ursachen für Anlagenausfälle in der Prozessindustrie, stellt man fest, dass versagende Dichtverbindungen die häufigste Ursache sind. Dies liegt häufig an der ungenügend oder falsch aufgebrachten Schraubenkraft. Versagende Schraub- und Dichtverbindungen verursachen erhebliche Kosten, Schäden und Unfälle, zumeist auch Umweltschäden. Die ®boltvalid-Messunterlegscheibe revolutioniert die Messverfahren zur ständigen Ermittlung der Schraubenkraft. Mit dem System kann auch ohne messende Werkzeuge, z.B. Drehmomentschlüssel, sicher montiert werden. Eine LED-Ampelanzeige informiert den Monteur über die erreichte Kraft an der Schraube. Die Scheibe bleibt verschraubt. So ist eine permanente Zustandsüberwachung möglich. Das kann per Ampel, über Funk oder per Kabelübertragung direkt als Monitoring in der Überwachungszentrale erfolgen. Die Messunterlegscheibe wird aus hochfesten, üblichen Werkstoffen hergestellt und kann ohne eine Schwächung des Systems eingesetzt oder nachgerüstet werden. Sie ist ohne zusätzliche Zulassung mit entsprechender Dokumentation auch in Druckgeräten nach der Richtlinie 2014/56/EU (ex 97/23/EG) DruckGerRL/PED verwendbar. [...]

Möller Metall-Dichtungen GmbH
Dynamische Dichtungen:

Die weiterentwickelten Gleitringdichtungen 861AS und Typ 875AS senken Betriebs- und Wartungskosten.

Die seit Jahren erfolgreich in Raffinerien eingesetzten CHETRA Gleitringdichtungen können, aufgrund eines optimierten doppelläufigen Fördergewindes, das bei niedrigen Drehzahlen hohe Leistung bringt, i.d.R. ohne Umwälzpumpe im Sperrsystem (API Plan 53A, 53B) betrieben werden. Die Fördergewinde bringen eine einzigartige Leistung, auch bei niedrigen Drehzahlen. Der Typ 861AS kann bis 260 °C eingesetzt werden, der Typ 875AS bis > 400 °C. Die Förderleistung ist – je nach Drehzahl der Pumpe – unterschiedlich, jedoch sehr hoch gegenüber den üblichen Fördergewinden in Gleitringdichtungen. Zusammen mit diesen neuen Gleitringdichtungen wurden bei einem durchgeführten Großprojekt in den Raffinerien eines multinationalen Ölkonzerns Kühlsysteme (Wasserkühler/ Luftkühler) für die Versorgungssysteme – nach API Plan 53B – erfolgreich. [...]

CHETRA Dichtungstechnik AG
Formteile:

Mit einer konsequenten Isolierung von Industrieanlagen könnten riesige Mengen an Energie, CO2-Emissionen und Kosten gespart werden. Experten gehen allein in Deutschland Jahr für Jahr von 106 Pj verschwendeter Energie aus. Das entspricht etwa der Jahresleistung von vier mittelgroßen Kohlekraftwerken. Die Kosten dafür belaufen sich nach Schätzungen auf rd. 750 Mio. € jährlich. Ob Mittelstand oder Großunternehmen: Nach einer Untersuchung sind bis zu 10% aller Industrieanlagen entweder ungedämmt oder verfügen über eine beschädigte Isolierung. Dabei könnte die Industrie durch die Dämmung von Anlagenteilen zwischen 20 und 80% beim Energieverbrauch einsparen. Hier setzt das Isoliersystem von ContiTech für die Isolierung stark verwinkelter oder flexibler Leitungs- und Rohrsysteme an. Dort, wo die herkömmlichen Isoliermaterialien nicht mehr ausreichen, schirmt Conti Thermo-Protect (CTP) zuverlässig gegen Wärmeverluste ab und spart erhebliche Energiekosten – z.B. in Heiz- oder Hydrauliksystemen, Thermalölanlagen und Vulkanisationspressen. [...]

Hans-Peter Paulsen (ContiTech AG)
Flüssigdichtungen:

Die heute in der Serienmontage von Automobilmotoren und Getriebegehäusen verbreitet eingesetzten Flüssigdichtsysteme können durch bahngesteuerte CNC-Applikationsysteme mit hoher Präzision aufgetragen werden. Doch trotz optimaler Verarbeitung und sorgfältiger Bearbeitung und Reinigung der Dichtflächen bzw. Auftragsnuten ist entlang der Trennebenen mitunter ein „Ausschwitzen“ von Öl oder ein Ausfließen von Dichtungsmasse zu beobachten. Abhilfe schafft nun eine neue Verarbeitungstechnik. Dabei wird die Dichtflächenkontur unmittelbar vor dem Dichtmassenauftrag mittels Gasplasma gereinigt und gezielt so aktiviert, dass die Grenzflächenhaftung deutlich gesteigert wird, ohne die Prozesskosten wesentlich zu verteuern. Wenn zwei Partnerteile dicht zusammengefügt werden sollen, wird zwischen die Teile ein i.d.R. weicheres und elastischeres Ausgleichsmaterial – die Dichtung – eingefügt. Sie gleicht den Spalt zwischen den Grenzflächen der Teile aus und blockiert damit den Durchtritt von Flüssigkeiten und Teilchen. Je nach Einsatzfall muss die Dichtverbindung gegenüber unterschiedlichen Außeneinflüssen beständig sein. [...]

Christian Ecke, Sebastian Schmid (Drei Bond GmbH)

Bei der sicheren und wirtschaftlichen Abdichtung von Schaltschränken sind heute verschiedene Aspekte zu berücksichtigen. Moderne PU-Schaumdichtungen tragen diesen in hohem Maße Rechnung. Heute laufen die Lebensadern der hochautomatisierten Industrieproduktion in den Schaltschränken für die Elektroverteilung und die Steuerungs- und Sicherheitstechnik der Fertigungsanlagen zusammen. Die sensible Elektronik hierfür wird vom Schaltschrankkorpus bestmöglich gegen Störungen und mechanische Beschädigungen geschützt. Aber der Schaltschrank muss auch dicht sein. 2K-PU-Schaumdichtungen dichten den Schaltschrankkorpus und die Türen perfekt ab, damit Schmutz, Staub und Feuchtigkeit nicht in das Innere eindringen und die Elektronik beschädigen. So werden Störungen und daraus resultierende Produktionsausfälle vermieden, die immer mit hohen Kosten verbunden sind. Perfekt abgedichtete Schaltschränke, die für eine leistungsfähige und störungsfreie Elektroverteilung sorgen, werden aber nicht nur in den Industrieländern gebraucht. Sie sind eine der Voraussetzungen für die Industrialisierung von Entwicklungsländern weltweit. [...]

Florian Kampf (Sonderhoff Holding GmbH)

Qualitätsprobleme von global gefertigten elektronischen Bauteilen sorgen schnell für Verdruss. Für eine Fertigung von Drucksensoren in Tunesien wurden diese mit einem modernen Vergusskonzept gelöst und die gefertigten Stückzahlen deutlich erhöht. Bei der Herstellung des Drucksensors „Sinus“ traten bei Marquardt, einem Hersteller von elektromechanischen und elektronischen Schaltern und Schaltsystemen für Autos, Elektrowerkzeuge und Haushaltsgeräte sowie industrielle Anwendungen, in der Vergangenheit bei der bisherigen manuellen Fertigung und Vergleichsfertigungen zu hohe Fehlerraten auf. Zudem waren die Stückzahlen zu gering, d.h. die Taktzeiten zu lang. Dazu kam dann noch, dass die hohen Qualitätsanforderungen der Kunden nicht erreicht wurden. Es war also Zeit, nach einer neuen Lösung zu suchen. Der Drucksensor wird in Wasch- und Spülmaschinen zur Wasserstandsmessung eingesetzt. „Jeder Sensor für einen Gerätetyp ist ein Einzelstück und die Entwicklung des ASIC (Application Specific Integrated Circuit) geschieht komplett im eigenen Haus“, so Christian Voß, Fertigungsplanung bei Marquardt. Der Sensor besitzt eine hohe Messgenauigkeit und kann mit der Präzision von 1,0 mm den Wasserstand exakt messen. Der ASIC hat den großen Vorteil, dass er kundenspezifisch kalibriert wird und in einem Temperaturbereich bis +70 °C zum Einsatz kommt. [...]

Hans Kübler (Kübler GmbH Dosiertechnik), Christian Heidinger (ViscoTec Pumpen. u. Dosiertechnik GmbH)
Klebetechnik:

Die Anforderungen an die Dosierung von Klebstoffen und Flüssigdichtungen werden immer höher. Mit dem berührungslosen Mikrodosierverfahren lassen sich – in Kombination mit modernster Dosiertechnik – hochpräzise, prozesssichere Lösungen für die industrielle Serienfertigung realisieren. Es können Linien, Punkte und Raupen verschiedenster Kleb- und Dichtungsstoffe in Kleinstmengen dreidimensional im Raum dosiert werden. Selbst hochviskose Medien, wie z.B. hochgefüllte Wärmeleitkleber auf Silikonbasis, lassen sich mit diesem Verfahren in kürzesten Taktzeiten auftragen. Ob im Automobilbereich, der Elektronikindustrie oder in der Medizintechnik – überall werden kleinste Flüssigkeitsmengen in Form von Linien oder Punkten aufgetragen. Hier sind die Jetventile eine hochpräzise und effiziente Dosierlösung – ob zur Verklebung mechanischer und elektrischer Bauteile, zur Versiegelung von Bonddrähten, zur Verklebung von Gehäusen, deren nachträglicher Abdichtung oder zur Produktion individueller Dichtungen. Hierbei lässt sich eine Vielzahl unterschiedlichster hoch- und niederviskoser Medien wie etwa Silikone, Polyurethane, Leitklebstoffe und Schmelzklebstoffe punktgenau auftragen. [...]

Felicitas Stübing (Liquidyn GmbH), Karin Prechtner (Scheugenpflug AG)

Die neuen, hoch wärmeleitenden Klebstoffe für Automotive-Power- und Batteriemodule sind für Dauerbetriebstemperaturen von 160 °C geeignet.

Wärmeleitkleber auf Epoxidbasis sind in der Elektronik und Energietechnik eine interessante Alternative zu den herkömmlichen Verbindungsverfahren wie Löten, Schweißen oder Schrauben. Sie bieten eine hohe Strukturfestigkeit und gleichzeitig einen großflächigen Wärmeübergang zwischen den Verbundpartnern. Für das thermisch leitfähige Kleben und Vergießen von Leistungselektronik oder Traktionsbatterien bei Raumtemperatur wurde in Zusammenarbeit mit Anwendern das Polytec 2K-System TC 418 entwickelt, das eine hohe Wärmeleitfähigkeit von 1,6 W/mK aufweist, ohne Wärmezufuhr aushärtet und eine gewisse Flexibilität behält. [...]

Polytec PT GmbH
Dichtungstechnik Allgemein:

Dichtungen jeglicher Art sind heutzutage unverzichtbar. In vielen Verbrauchsgütern, der Medizintechnik, im automotiven Bereich sowie in der Sanitär- und Installationstechnik werden Dichtungen verschiedenster Formen und Materialien eingesetzt. Der Anwender wählt auch bei der Montage den für ihn und sein Produkt wirtschaftlichsten Automatisierungsgrad. Das Anlagenspektrum reicht hier von kleinen, manuellen Montagehilfen und halbautomatischen Montagevorrichtungen, bei denen der Dichtring automatisch zugeführt wird, über Stationen zur Anlagenintegration bis hin zu kompletten, vollautomatischen Montageanlagen, bei denen neben der Dichtungsmontage natürlich sämtliche weitere Montageprozesse automatisiert werden können. [...]

F.-W. Jülicher (Ohrmann Montagetechnik GmbH)
Be- und Verarbeitung:

In den meisten Serienfertigungen ist eine periodische Reinigung von Dispensnadel oder -ventil unerlässlich. Mit neuen Lösungen lässt sich diese Aufgabe aber schnell und zuverlässig erledigen. Zum Auftragen von Vergussmassen und Klebern werden bevorzugt Dosiernadeln oder Ventile eingesetzt. Der automatisierte Einsatz über einen längeren Zeitraum erfordert eine – mehr oder weniger häufige – Reinigung, um ein gleichbleibendes Dosierergebnis sicherzustellen. Zur Reinigung sind unterschiedlichste Verfahren im Einsatz. Üblich sind Abblasen und/oder Absaugen sowie mechanisches Entfernen der Verunreinigungen. Während Absaugen und Abblasen nur bei dünnflüssigen Materialien gute Ergebnisse liefert, ist die mechanische Reinigung universell einsetzbar. Auch wenn der eigentliche Dispensvorgang automatisiert abläuft, wird die Reinigung oftmals lediglich durch gelegentliches manuelles Abwischen durch den Benutzer realisiert, obwohl automatisierte Verfahren i.d.R. effizienter sind: sie finden exakt in den festgesetzten Intervallen statt und benötigen weniger Zeit, da der Dispensautomat nicht angehalten und geöffnet werden muss. [...]

Dr. Stefan Becker (ic-automation GmbH)

Hohe Geschwindigkeit, exakte Schnittergebnisse, keine sichtbaren Einstiche sind die zentralen Leistungsmerkmale der neuen Schneidtische für moderne Verbundwerkstoffe.

Die neuen robusten TWIN-Schneidetische sind in verschiedenen Konfigurationen mit statischer oder Conveyor-Schneidfläche erhältlich und werden somit den unterschiedlichsten Produktionsanforderungen gerecht. Schlüsselkomponente dieser Systeme ist der neue modulare Schneidkopf, der Material bis zu einer Stärke von 50 mm verarbeiten kann. Dieser Modulkopf mit zwei unabhängigen Vertikalachsenaufnahmen ermöglicht sequenzielles Arbeiten und ist für eine Vielzahl von Schneide-, Falt-, Markier- und Stanzwerkzeugen geeignet. Verschiedene Arbeiten können so mit dem dafür am besten geeigneten Werkzeug an ein und demselben Werkstück verrichtet werden. Es ist außerdem möglich, während eines Schneidevorgangs den Tintenstrahldrucker und die Kamera einzusetzen, um die Schneidereferenzpunkte zu erfassen. [...]

ATOM Stanz- und Schneidesysteme GmbH

Druck- und Bauraumoptimierung durch angepasste Geometrien sparen bei diesem neuen System viel Platz und erlauben optimierte Dosiersysteme.

Bei der Entwicklung der neuen Exzenterschneckenpumpe VISCO.pump® war es das Ziel den Bauraum erheblich zu verkürzen und somit eine leichte und platzsparende Lösung zur Verfügung zu stellen. Mit der Anpassung der Rotor- und Statorgeometrien hat es Beinlich geschafft, die VISCO.pump® erheblich kleiner als bisherige Systeme zu gestalten. Dadurch ist die Exzenterschneckenpumpe insbesondere für einen Einsatz an kleinen Dosierrobotern geeignet, da die Fliehkräfte bei schnellen, dynamischen Verfahrwegen keinen Einfluss auf die Pumpe nehmen können. Weiterhin können die Wandstärken des Gummis an den Gegendruck angepasst werden, sodass die Pumpe pulsationsoptimiert arbeitet. Durch die angepasste Geometrie des Verdrängers reduziert sich das notwendige Anlaufmoment, wodurch kleine, dynamische Motoren ohne Getriebe angebaut werden können und so das Gewicht und die Baulänge reduziert werden. [...]

Beinlich Pumpen GmbH

Heute gibt es verschiedene Produktionsalternativen – es ist gut sie zu kennen und zu berücksichtigen – ein Beispiel. Ein Anwender benötigt für einen Prototypen oder eine kleine bis mittlere Serie (z.B. ca. 5.000 Stück) zweidimensionale Elastomerteile so wie hier einen Schlüsselanhänger in Form eines Motorrades entsprechend einer beigefügten Zeichnung mit einer Dicke von 10 mm. Welche Gedanken muss sich ein Formteilehersteller in Anbetracht einer solchen Aufgabe machen? Die Stückzahl rechtfertigt kein Mehrfachwerkzeug. Bei dieser Gesamtmenge kann wirtschaftlich nur das Pressverfahren in Betracht gezogen werden. Das Fließverhalten des gewählten Elastomers muss sehr gut sein. Die filigranen Teile (z.B. Lenkrad) vulkanisieren viel schneller als die kompakteren Teile (z.B. Standfuß), sodass hier eine sehr aufwändige Kaltkanaltechnik notwendig ist. Um das vulkanisierte „Motorrad“ unverletzt aus dem Werkzeug zu bekommen, muss eine aufwändige Entformungstechnik zugrunde gelegt werden. Die Restgrate der Vulkanisation können nur mittels Handarbeit entfernt werden, alternativ wäre eine aufwändige Flashless-Werkzeugtechnik notwendig. Deshalb muss bei diesem Verfahren mit Werkzeugkosten in beträchtlicher Höhe gerechnet werden, wenn überhaupt eine Produktion dieser Art in Frage kommt. Eine weitere Alternative wäre das Spritzen eines Profils in Form der Kontur, wofür ein aufwändiges Werkzeug, hier Mundstück, notwendig ist. Bei diesem Verfahren kommt, durch die zu geringe Stückzahl, da z.B. bei 5.000 Stück lediglich 50 m Profil zu produzieren wären, nur der Autoklav in Frage. [...]

Bergers S2B GmbH

Der neue Micro-Dispenser mini-dis ermöglicht hochpräzise Dosierprozesse auf kleinstem Raum.

Der neue Micro-Dispenser mini-dis eröffnet ein weiteres Einsatzfeld im Bereich der Frontend-Bearbeitung von Elektronik- und Telekommunikationsprodukten. Es lassen sich selbst anspruchsvolle Gießmuster realisieren. Anwendung findet das Microdispensen u.a. auf Halbleitern und Platinen, auf elektronischen Komponenten zahlreicher Automobilbauteile und der Sensorik sowie der Medizintechnik und dem Smartphone-Bereich. [...]

bdtronic GmbH

Ein neuer 3D-Schneidkopf macht das 3D-Schneiden wirtschaftlich und funktionell noch deutlich attraktiver.

Mit diesem Kopf arbeiten die auf Wirtschaftlichkeit getrimmten Portalanlagen von STM mit Schräglagen bis zu 68 °. Der neue Schneidkopf macht erstmals reibungsloses, schnelles und paralleles 2D- und 3D-Wasserstrahlschneiden mit und ohne Abrasiv auf Basis derselben Software möglich. Zudem ist damit auch ein 6-Achs-Roboter problemlos in die Portalanlage integrierbar und über dieselbe Software steuerbar. Dafür sorgt ein an der Frontseite der Maschinenbrücke montiertes 2-Achsen-Drehgelenk, das eine Schwenkbewegung in alle Richtungen ermöglicht und damit sämtliche 5-Achs-Schneidaufgaben möglich macht. Der „STM 3D“ dreht sehr schnell durch den Tool Center Point, dadurch sind keine Ausgleichsbewegungen bei Winkelveränderungen mehr nötig und Schnitte mit Reinwasser und Abrasiv werden deutlich beschleunigt. Und das bei einer 5-Achs-Kinematik, die einen Fasenschnitt und damit erhöhte Präzision an der Schnittkante möglich macht. Schneidventile, Fokus, Mischkammer und Wasserdüsen sind gleichermaßen für 2- und 3DFertigung geeignet. Damit fallen die Kosten für 3D-Schnitte mit 25€/ Schneidstunde nicht höher als bei 2D-Schnitten aus. [...]

STM Stein-Moser GmbH
Mess- und Prüftechnik:

Komponenten aus leichten, stabilen Werkstoffen werden im Fahrzeugbau immer attraktiver – etwa Behälter und Leitungen aus Kunststoff. Bei der Qualitätssicherung gibt es aber ein Dilemma: Mit den herkömmlichen industriellen Prüfmethoden wie Blasentest unter Wasser, Druckabfallmethode oder Vakuumdichtheitsprüfung lassen sich Low-Cost-Kunststoffkomponenten nicht gleichzeitig sicher und kosteneffizient auf die aktuellen Dichtheitsanforderungen hin prüfen. Die automatisierte Helium-Dichtheitsprüfung mit Quarz-Membran- Sensor löst dieses Problem. Sie kommt ohne Vakuumkammer aus und liefert unter Normaldruck schnelle und präzise Ergebnisse. 2013 wurden weltweit 87 Mio. Fahrzeuge produziert. Entsprechend groß ist die Menge an Behältern für Schmierstoffe, Kühl- und Wischwasser, Bremsflüssigkeit und Hydrauliköl, an Kraftstoffleitungen und –filtern oder an Gehäusen für Filter, Pumpen oder Batterien. [...]

Dipl-Ing. Sandra Seitz, Dr. Jochen Puchalla (Infinicon Deutschland GmbH)

Um die Funktion einer Dichtung sicherzustellen, werden diese und die jeweiligen Dichtungswerkstoffe verschiedenen Mess- und Prüfverfahren unterzogen. Doch was leisten die einzelnen Verfahren, wo sind die Grenzen? Diese Serie gibt Konstrukteuren, Einkäufern und Qualitätsmanagern einen Überblick über die üblichen Verfahren und Praxistipps zur Einordnung der Ergebnisse. So wichtig auch einzelne Werkstoffkennwerte wie der Druckverformungsrest sein können, so sollte man doch bei der Bewertung dieser Eigenschaft immer im Auge behalten, welche zusätzlichen Eigenschaften der Rezeptur bzw. des Fertigteiles für die Anwendung eine wichtige Rolle spielen. Wenn in bestimmten Anwendungsfällen tatsächlich der Druckverformungsrest das wesentliche Kriterium für eine sichere Dichtfunktion ist – was bei vielen O-Ringen der Fall ist – sollte man auch verstehen, von welchen Einflüssen ein guter, d.h. ein niedriger DVR-Wert abhängt. [...]

>> Teil 1

>> Teil 2

>> Teil 4

>> Teil 5a

>> Teil 5b

>> Teil 6

>> Teil 7

>> Teil 8

Dipl.-Ing. (FH) Ulrich Blobner, Dipl.-Ing. Bernhard Richter (O-Ring Prüflabor Richter GmbH)

Die Dichtheitsprüfgeräteserie CETATEST 815 ist optional mit einer automatischen Funktionskontrolle ausgestattet, die eine integrierte Prozessüberwachung erlaubt.

Wichtige Voraussetzung für eine in die Produktionslinie prozessbegleitend integrierte Dichtheitsprüfung ist, dass das Prüfgerät zuverlässig funktioniert, reproduzierbare Messergebnisse liefert und korrekt kalibriert ist. Bei der Dichtheitsprüfung mit Druckluft wird der Druckverlust in der Messphase gemessen. Hierbei wird häufig eine Differenzdruckmesszelle eingesetzt. Ist der gemessene Druckverlust geringer als der erlaubte Druckverlust, so handelt es sich um ein Gutteil. Zur Überprüfung der korrekten Kalibrierung der Differenzdruckmesszelle wurde eine von CETA patentierte Zusatzfunktion, die „automatische Funktionskontrolle“, entwickelt. Diese Funktion ist optional in die Dichtheitsprüfgeräte der Serie CETATEST 815 integrierbar. [...]

CETA Testsysteme GmbH
© ISGATEC GmbH 2018
» Datenschutz
» Impressum

Cookie Hinweis: Unsere Website nutzt Cookies um bestimmte Bereiche/Funktionen bestmöglich für Sie darstellen zu können.
Wenn Sie diese Webseite weiterhin besuchen, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu.      » mehr erfahren